Ölpreise stagnieren nahe Zwei-Wochen-Tief
OPEC senkt Nachfrageprognose, starker US-Dollar belastet den Markt

Die Ölpreise blieben stabil und bewegten sich nahe einem Zwei-Wochen-Tief, nachdem die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) ihre Nachfrageprognose gesenkt und der US-Dollar an Wert gewonnen hatte. Seit zwei Handelstagen befinden sich die Ölpreise auf Talfahrt, wobei die Kombination aus schwächerer Nachfrageprognose, steigender Dollarstärke und enttäuschenden Konjunkturmaßnahmen in China die Marktteilnehmer verunsicherte. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich leicht um 0,2 Prozent auf 71,99 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für US-Rohöl (West Texas Intermediate) ebenfalls um 0,2 Prozent auf 68,16 US-Dollar stieg. Beide Rohöl-Benchmarks verzeichneten am Montag den tiefsten Stand seit dem 29. Oktober.
In einem Bericht der Energieberatungsfirma Ritterbusch and Associates wurde darauf hingewiesen, dass es nach einem starken Preisrückgang bei Rohöl normalerweise zu einer leichten Erholung kommen könnte. OPEC reduzierte ihre Prognose für das weltweite Wachstum der Ölnachfrage für das Jahr 2024 und senkte gleichzeitig auch ihre Schätzung für das Folgejahr. Dies stellt die vierte Korrektur in Folge dar und spiegelt die Schwierigkeiten der OPEC wider, die Nachfrageerwartungen angesichts der fallenden Ölpreise aufrechtzuerhalten. Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage aus China konnte die Strategie der Produktionsanpassung durch OPEC nicht den gewünschten Effekt erzielen, sondern lediglich den Brent-Preis bei etwa 70 Dollar stabilisieren.
Nach aktuellen Schätzungen der OPEC wird die globale Nachfrage nach Öl im Jahr 2024 um 1,82 Millionen Barrel pro Tag steigen, während der Zuwachs im nächsten Jahr nur noch bei 1,54 Millionen Barrel pro Tag liegen soll. Die Zahlen fallen damit höher aus als bei der Internationalen Energieagentur (IEA), deren Schätzungen ein deutlich schwächeres Wachstum annehmen. Die OPEC-Prognose für das Wachstum in China steht im Gegensatz zu anderen Einschätzungen, die aufgrund der schleppenden Konjunktur und enttäuschender fiskalischer Stimuli für das Jahr 2024 weniger optimistisch ausfallen.
Chinas jüngstes Konjunkturpaket in Höhe von umgerechnet 1,4 Billionen US-Dollar wurde als Reaktion auf Finanzprobleme der lokalen Regierungen aufgelegt, jedoch beurteilen Experten den Betrag als unzureichend, um das Wirtschaftswachstum substanziell anzukurbeln. In den USA gewann der Dollar aufgrund von Handelsstrategien des neuen Präsidenten Donald Trump an Wert, was Öl in anderen Währungen teurer macht und somit die Nachfrage belasten kann.
In Deutschland, der größten Volkswirtschaft Europas, verschlechterte sich die Stimmung der Investoren diesen Monat ebenfalls. Die politischen Entwicklungen in Berlin und die Unsicherheiten infolge von Trumps Wahlsieg verstärken die wirtschaftlichen Herausforderungen. Europäische Zentralbankvertreter warnen, dass protektionistische Maßnahmen der neuen US-Regierung das globale Wachstum dämpfen und Europa besser vorbereitet sein müsse als 2018.
