Ölpreise steigen vor US-Wahl und OPEC+ Entscheidung
Schwache Bestände und globale Unsicherheiten treiben Rohölmärkte an

Ölpreise stiegen am Donnerstag, da Investoren eine stärkere Kraftstoffnachfrage in den USA und eine mögliche Verzögerung der geplanten Produktionssteigerung durch die OPEC+ im Dezember einpreisten, nur wenige Tage vor den US-Wahlen. Die Brent-Rohöl-Futures erhöhten sich um 54 Cent oder 0,74 % auf 73,09 USD pro Barrel, während die WTI-Futures um 51 Cent oder 0,74 % auf 69,12 USD stiegen. Händler beobachten aufmerksam das Ergebnis der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA, da eine mögliche Amtsübernahme durch den Republikaner Donald Trump oder die Demokratin Kamala Harris erhebliche Auswirkungen auf die Ölproduktion, Sanktionen und Preise haben könnte. Andrew Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates, erklärte, dass der Markt versucht, die möglichen Folgen einer Harris- oder Trump-Administration auf den Ölmarkt abzuwägen.
In der vergangenen Woche sind die Benzinvorräte in den USA laut der Energy Information Administration stärker als erwartet auf ein Zweijahrestief gesunken, während die Rohölbestände aufgrund eines Rückgangs der Importe überraschend abnahmen. Mukesh Sahdev, globaler Leiter für Ölmarktanalysen bei Rystad Energy, kommentierte in einer Notiz, dass ein unerwarteter Rückgang der Rohöl- und Produktbestände in den USA die Brent-Futures diese Woche gestützt habe. Er verwies darauf, dass die Woche mit einem starken Abverkauf begann, bei dem Brent- und WTI-Futures am Montag um mehr als sechs Prozent fielen, nachdem Israel am Wochenende Zurückhaltung in seinen Vergeltungsangriffen auf den Iran gezeigt hatte.
Eine mögliche Verzögerung der geplanten Produktionssteigerung durch die OPEC+ trug ebenfalls zur Preisstabilisierung am Donnerstag bei. Eine Entscheidung könnte bereits in der kommenden Woche fallen, berichtete Reuters. Das nächste Treffen der OPEC+ zur Festlegung der weiteren Schritte ist für den 1. Dezember angesetzt.
In China, dem weltweit größten Ölimporteur, verzeichnete die Industrieproduktion im Oktober zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder ein Wachstum. Dies deutet darauf hin, dass die wirtschaftlichen Stimulusmaßnahmen der Regierung Wirkung zeigen. Sahdev betonte, dass internationale Ereignisse zum Monatswechsel aufeinandergetroffen sind, was zu einer volatilen Entwicklung der Ölmärkte Anfang November führen könnte. Zu diesen Ereignissen zählen die US-Wahl, der weiterhin schwache chinesische Nachfragerückblick, Unsicherheiten rund um die OPEC+ und die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten.
Diese Entwicklungen zeigen, dass die Ölmärkte kurz vor den US-Wahlen von verschiedenen globalen Faktoren beeinflusst werden, was zu Unsicherheiten und potenziellen Schwankungen in den kommenden Tagen führen könnte.
