Indiens Ölimporte aus Russland steigen deutlich
Russland bleibt größter Lieferant, OPEC-Anteil sinkt weiter

Indiens Rohölimporte aus Russland sind im September im Vergleich zum Vormonat um 11,7 % gestiegen und erreichten etwa 1,9 Millionen Barrel pro Tag (bpd), wie aus den von Branchenquellen erhaltenen Tankerdaten hervorgeht. Damit machte das russische Öl rund zwei Fünftel der gesamten Rohölimporte Indiens in diesem Monat aus. Insgesamt importierten indische Raffinerien im September 4,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, was geringfügig mehr als im August und etwa 8,5 % mehr als im gleichen Monat des Vorjahres war.
Indische Raffinerien haben Milliarden von Dollar in die Modernisierung ihrer Anlagen investiert, um mehr Rohölsorten verarbeiten zu können und so die Kosten zu senken. Indien, der drittgrößte Ölimporteur und -verbraucher der Welt, hat sich als größter Abnehmer von billigem russischem Rohöl etabliert, nachdem westliche Nationen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine den Kauf von Öl aus Moskau eingestellt hatten. Rohöl aus den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), zu denen Russland, Kasachstan und Aserbaidschan gehören, machte etwa 43 % der gesamten Importe Indiens aus, gegenüber 38,5 % im August.
Im ersten Halbjahr des Finanzjahres, von April bis September, stiegen Indiens Importe von russischem Öl um 9,1 % auf 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Russland blieb auch im September der größte Ölversorger Indiens, gefolgt von Irak und Saudi-Arabien. Die russischen Importe überstiegen mit mehr als dem Doppelten die irakischen Importe von 867.600 Barrel pro Tag. Nach einer zweimonatigen Pause nahm Indien im September außerdem die Importe von venezolanischem Öl wieder auf. Der private Raffineriebetreiber Reliance Industries Ltd erhielt eine Ladung venezolanischen Öls.
Der Marktanteil der Produzenten aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), hauptsächlich aus dem Nahen Osten und Afrika, ging im Zeitraum von April bis September im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Die Importe aus dem Nahen Osten sanken in diesem Zeitraum auf einen Anteil von etwa 41,6 %, verglichen mit 43,8 % im Vorjahr. Indische Raffinerien beziehen ihr Rohöl aus dieser Region in der Regel über Jahresverträge mit den dortigen Produzenten.
