ANZEIGE

Ölpreise steigen wegen Konfliktängsten im Nahen Osten

Unerwarteter Anstieg der US-Ölbestände dämpft Preisanstieg

2 Min
Ölpreise steigen wegen Konfliktängsten im Nahen Osten

Der Ölpreis stieg am Donnerstag aufgrund der wachsenden Besorgnis über eine mögliche Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten, der die Öllieferungen aus der Region stören könnte. Dies geschah trotz einer robusten globalen Angebotslage. Brent-Rohöl-Futures legten um 1,38 % zu und notierten bei 74,92 USD pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate-Rohöl-Futures um 1,57 % auf 71,20 USD stiegen.

Marktstrategen wie Yeap Jun Rong von IG äußerten, dass die Märkte sich nach den anfänglichen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten beruhigt hätten. Dennoch beobachten die Marktteilnehmer weiterhin aufmerksam die Reaktionen Israels auf die jüngsten Entwicklungen. In den frühen Morgenstunden bombardierte Israel Beirut, was mindestens sechs Todesopfer forderte. Dieser Angriff erfolgte einen Tag nach den heftigsten Zusammenstößen der israelischen Streitkräfte mit der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon seit einem Jahr. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dass der Iran für seinen Raketenangriff gegen Israel zur Rechenschaft gezogen werde. Auf der anderen Seite warnte Teheran vor „großflächiger Zerstörung“ im Falle einer Vergeltung, was die Angst vor einem größeren Krieg in der Region weiter anheizte.

IG-Marktanalyst Tony Sycamore wies darauf hin, dass es nun darauf ankomme, die nächste Reaktion Israels abzuwarten, die voraussichtlich nach dem Ende des Rosh-Hashanah-Festes erfolgen werde. John Evans, Analyst beim Ölbroker PVM, betonte, dass eine Unterbewertung der Lage im Nahen Osten ein Fehler wäre. Aus diesem Grund bleibt der Markt derzeit defensiv. Die Ausweitung des Krieges und die daraus resultierenden Schäden müssten erst bestätigt werden, bevor die Skepsis der Ölmarktteilnehmer nachlassen könnte.

Unterdessen verzeichneten die US-Rohölbestände in der Woche bis zum 27. September einen unerwarteten Anstieg um 3,9 Millionen Barrel auf 417 Millionen Barrel. Dies steht im Gegensatz zu den Erwartungen einer Abnahme um 1,3 Millionen Barrel, die in einer Reuters-Umfrage prognostiziert wurden. Analysten von ANZ erklärten, dass der Anstieg der US-Ölbestände ein weiteres Zeichen dafür sei, dass der Markt gut versorgt sei und möglichen Störungen standhalten könne. Obwohl die Unruhen im Nahen Osten bislang keine globalen Ölströme beeinträchtigt haben, sorgen die OPEC-Kapazitäten für zusätzliche Stabilität und beruhigen die Anleger.

Jim Simpson, CEO von East Daley Analytics, erklärte, dass die Preise zwar etwas länger erhöht oder volatiler bleiben könnten, das Angebot jedoch ausreichend sei, um die Nachfrage zu decken. OPEC verfüge über genügend Kapazitäten, um einen vollständigen Verlust der iranischen Ölversorgung auszugleichen, falls Israel iranische Ölanlagen angreifen sollte.

RohölÖlÖlpreisPreiserhöhungWirtschaftEnergieOPEC+

Meistgelesene News

  1. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein
  2. Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
  3. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  4. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  5. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte

Disclaimer