Prio verhandelt mit Sinochem über Peregrino-Anteile
Chinesischer Konzern erwägt Verkauf von 40 % des Ölfelds für 1,9 Milliarden Dollar

Das brasilianische Ölunternehmen Prio befindet sich derzeit in Gesprächen mit der chinesischen Öl- und Chemiefirma Sinochem über den möglichen Erwerb eines Anteils am Peregrino-Ölfeld. Diese Information geht aus einer Mitteilung von Prio an die Wertpapieraufsichtsbehörde hervor. Bislang wurde jedoch noch keine verbindliche Vereinbarung getroffen. Zuvor hatte die Zeitung "Folha de S.Paulo" berichtet, dass Prio in dieser Woche einen Abschluss über den Kauf von 40 % des Feldes von Sinochem anstrebe. Der Wert der Transaktion könnte sich auf bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar belaufen.
Die Aktien von Prio verzeichneten im morgendlichen Handel in Sao Paulo einen Rückgang um 2 % und entwickelten sich damit schlechter als der brasilianische Aktienindex Bovespa. Der Rückgang der Prio-Aktien steht im Zusammenhang mit fallenden globalen Ölpreisen. Sinochem, ein staatlich unterstütztes Unternehmen, versucht bereits seit 2017, den 40%-Anteil am Peregrino-Ölfeld zu verkaufen. Dieser Anteil wurde 2010 für 3,07 Milliarden US-Dollar von Norwegens Equinor erworben. Sinochem konnte sich damals gegen eine Reihe chinesischer Konkurrenten durchsetzen, die ebenfalls Interesse an hochwertigen Vermögenswerten hatten.
Das Peregrino-Ölfeld, das östlich von Rio de Janeiro liegt, wird von Equinor betrieben, das die restlichen 60 % der Anteile hält. Für Equinor ist Peregrino das größte Ölfeld außerhalb Norwegens, und im vergangenen Jahr erreichte die Fördermenge dort 110.000 Barrel Öl pro Tag. Sinochem hatte bereits im letzten Monat angekündigt, seinen 40%-Anteil an einem Schieferöl-Joint-Venture in den USA mit Exxon Mobil verkaufen zu wollen. Dieser Anteil wird mit über 2 Milliarden US-Dollar bewertet.
Die Verkaufsbestrebungen Sinochems spiegeln den anhaltenden Trend zur Neuausrichtung staatlicher chinesischer Unternehmen wider, die versuchen, ihr Portfolio zu optimieren. Sinochem hat bereits in den vergangenen Jahren verschiedene Vermögenswerte veräußert, um sich auf strategisch wichtigere Bereiche zu konzentrieren. Das Interesse von Prio an dem Peregrino-Ölfeld könnte die Position des Unternehmens auf dem internationalen Markt weiter stärken.
