Südsudan bereitet Wiederaufnahme des Ölexports vor
Technische Vorbereitungen abgeschlossen, Ingenieure prüfen bald die Anlagen im Sudan

Südsudan und Sudan haben Fortschritte bei der Wiederaufnahme des Exports von Südsudans Rohöl durch eine Pipeline gemacht, die zu einem Hafen im Nachbarland Sudan führt. Dies gaben sowohl Südsudans Finanzminister als auch das Büro des Präsidenten bekannt. Der Export ist für beide Länder von entscheidender Bedeutung, da Sudan für die Durchleitung des Öls Transitgebühren erhält. Die Hauptpipeline, die das südsudanesische Öl für den Export durch Sudan transportiert, war im Februar aufgrund von Schäden, die durch den Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces entstanden sind, stillgelegt worden.
Die Beschädigung der Pipeline hat laut Analysten zu erheblichen Umweltschäden geführt. Zudem hat der Stillstand der Exporte zu steigenden Lebensmittelpreisen im Sudan beigetragen, wo Millionen Menschen von extremem Hunger betroffen sind. Laut einer Erklärung des Büros von Südsudans Präsident Salva Kiir haben sudanesische Ingenieure die notwendigen technischen Vorbereitungen getroffen, um die Ölproduktion wieder aufzunehmen. Diese Aussage wurde nach einem Treffen in Juba zwischen Kiir und Sudans Armeechef Abdel Fattah al-Burhan veröffentlicht.
Es wird erwartet, dass Ingenieure aus Südsudan in den kommenden Wochen den Sudan besuchen werden, um sich mit dem Zustand der Anlagen vertraut zu machen und die Produktion anzukurbeln. Südsudans Finanzminister Marial Dongrin Ater sprach von einem Durchbruch und kündigte an, dass bald offizielle Nachrichten über die Wiederaufnahme der Ölproduktion veröffentlicht würden. Das Büro von Burhan erklärte, dass beide Seiten einen operativen Plan zur Wiederaufnahme der Ölströme entwickeln werden.
Die Wirtschaft Südsudans steht seit mehreren Jahren unter Druck, nicht zuletzt durch innere Gewaltkonflikte. Die Einnahmen aus den Ölexporten sind seit dem Bürgerkrieg von 2013 bis 2018 stark gesunken. Zuletzt führten die Konflikte im Nachbarland Sudan zu weiteren Exportunterbrechungen. Vor dem Bürgerkrieg lag die Ölförderung in Südsudan bei 350.000 bis 400.000 Barrel pro Tag. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit Südsudans im Jahr 2011 wurden etwa 150.000 Barrel Rohöl pro Tag durch Sudan exportiert, basierend auf einem Abkommen, das nach der Abspaltung von Khartum getroffen wurde.
