Russland erwägt Aufschub bei Ölexportkürzungen
Trotz steigender Raffineriekapazitäten könnten Exportmengen im Oktober leicht zunehmen

Russland erwägt, im Oktober auf geplante Kürzungen der Ölexporte über seine westlichen Häfen zu verzichten oder die Exportmengen sogar zu erhöhen. Dies geschieht trotz eines bevorstehenden Anstiegs der verfügbaren Ölraffineriekapazitäten im Inland, was es Moskau ermöglichen würde, die Rohölverarbeitung zu steigern, wie aus Berichten von Marktinsidern hervorgeht. Ein Branchenvertreter erklärte, er rechne mit einem leichten Anstieg der russischen Ölexporte im Oktober, möglicherweise um mehrere Hunderttausend Tonnen. Er äußerte jedoch Zweifel daran, dass alle geplanten Wartungsarbeiten rechtzeitig abgeschlossen würden, insbesondere hinsichtlich der Ölanlagen im Süden des Landes, deren Situation noch unklar sei.
Die primäre Ölraffineriekapazität Russlands soll in der zweiten Septemberhälfte zunehmen, da die Raffinerien ihre Wartungsarbeiten abschließen. Berechnungen, die auf Daten von Branchenquellen beruhen, zeigen, dass die Kapazitäten, die im September vorübergehend offline sind, auf dem Niveau der Vorwoche bleiben, bei etwa 3,9 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber August. Im Oktober wird jedoch erwartet, dass die nicht verfügbaren Raffineriekapazitäten um 37 Prozent auf 2,42 Millionen Tonnen sinken, sofern der aktuelle Wartungsplan eingehalten wird. Dieser Plan könnte sich allerdings noch ändern.
Einige Händler gehen davon aus, dass die Öllieferungen von Russlands westlichen Häfen Primorsk, Ust-Luga und Noworossijsk im Oktober zurückgehen könnten, da das Land seine saisonalen Wartungsarbeiten an den Ölanlagen abschließt. Es sei jedoch schwierig, konkrete Vorhersagen über die Exportpläne Russlands für den nächsten Monat zu treffen, da die vorläufigen Ladepläne für die Häfen an der Ostsee und im Schwarzen Meer für die ersten Oktobertage noch nicht vorliegen. Marktteilnehmer wiesen darauf hin, dass die Unsicherheit über die genaue Exportmenge anhalte.
In der Zwischenzeit wurde der russische Rohölladeplan für September an den baltischen Häfen Primorsk und Ust-Luga letzte Woche nach oben korrigiert, um 0,2 Millionen Tonnen auf insgesamt 6,2 Millionen Tonnen. Zusätzliche Exporte werden die geplanten Ölladungen im September von den westlichen russischen Häfen auf 2,04 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber August, basierend auf täglichen Berechnungen von Reuters.
Die Ungewissheit über die tatsächlichen Exportmengen und die Entwicklung der Instandhaltungsarbeiten wird von den Händlern genau beobachtet, um mögliche Auswirkungen auf den internationalen Ölmarkt einschätzen zu können.
