Nornickel eröffnet Forschungszentrum für Batteriematerialien
Russlands Nickelriese plant Einstieg in die Elektrofahrzeug-Batterieproduktion und sucht internationale Partnerschaften.

Russlands Nornickel hat am Montag ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in St. Petersburg eröffnet, um den Einsatz von nickelhaltigen Kathodenmaterialien in Elektrofahrzeugbatterien zu untersuchen. Dies markiert den ersten Schritt des Unternehmens in den Bereich der Batterieproduktion. Nornickel, ein führender Produzent von hochreinem Nickel, erklärte, dass die Eröffnung des Zentrums die Grundlage für zukünftige Projekte schaffen soll, die darauf abzielen, Produktionsstätten im Bereich der Batteriematerialien zu errichten.
Das Unternehmen sieht in der Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge ein vielversprechendes Feld, besonders nachdem es im August einen Rückgang des Halbjahresgewinns um 22 % bekannt gab. Der Gewinnrückgang wurde durch niedrige Nickelpreise, logistische Schwierigkeiten und Probleme bei grenzüberschreitenden Zahlungen verursacht. Angesichts dieser Herausforderungen richtet Nornickel seine Aufmerksamkeit verstärkt auf den Markt für Elektrofahrzeugbatterien, um neue Einnahmequellen zu erschließen.
Vitaly Busko, der Vizepräsident für Innovationen bei Nornickel, erklärte, dass die Eröffnung des Forschungszentrums auch im Einklang mit den Zielen Russlands stehe, eine vollständige Produktionskette für Batterien im Bereich der Elektromobilität zu gewährleisten. Busko äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Projekts und kündigte an, dass das Unternehmen innerhalb eines Jahres entscheiden werde, ob es eine Produktionsanlage für Kathodenmaterialien eröffnet. Derzeit wird nach einem geeigneten Standort für eine solche Einrichtung gesucht.
Im April hatte Nornickels CEO, Vladimir Potanin, bereits Pläne angekündigt, eine Nickel-Lieferkette für den Bereich der Elektrofahrzeugbatterien zu entwickeln. Potanin erwähnte dabei auch die Möglichkeit von Joint Ventures mit chinesischen Herstellern von Elektrofahrzeugbatterien. Gleichzeitig nannte er Rosatom, das russische Staatsunternehmen für Atomenergie, als potenziellen Partner für ein gemeinsames Batterienprojekt in Russland.
Darüber hinaus strebt Nornickel danach, sich in die globale Produktion von Elektrofahrzeugbatterien zu integrieren, um die Auswirkungen der westlichen Sanktionen auf das Unternehmen abzumildern. Im Juli berichteten Quellen, dass Nornickel Gespräche mit mehreren chinesischen Batterieherstellern führt, um gemeinsam eine Anlage zur Produktion von Nickelmaterialien aus russischen Halbfertigprodukten zu errichten. Nickel, ein wesentlicher Bestandteil von Batterien, sorgt in Kathoden für eine hohe Energiedichte, die eine größere Reichweite der Fahrzeuge ermöglicht.
