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Nahostkonflikt treibt Ölpreise auf höchsten Stand seit 2022

US-israelische Angriffe auf den Iran erschüttern globale Lieferketten und treiben Energiepreise dramatisch in die Höhe.

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Nahostkonflikt treibt Ölpreise auf höchsten Stand seit 2022

Die Spannungen im Nahen Osten haben sich nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran massiv verschärft. Innerhalb eines Monats stiegen die Ölpreise um mehr als 40 Prozent. Brent-Rohöl notiert aktuell bei rund 104,41 US-Dollar je Barrel, WTI bei 99,25 US-Dollar – der höchste Stand seit 2022.

Im Zentrum der Krise steht die Straße von Hormus, durch die vor Kriegsbeginn rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots flossen. Der Iran hat den Schiffsverkehr dort weitgehend unterbunden und gefährdet damit die globale Energieversorgung. Besonders kritisch ist die Lage auf der Insel Kharg, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden.

US-Präsident Donald Trump hat weitere Angriffe auf Kharg angedroht, sollte der Iran seine Attacken auf Tanker fortsetzen. Analysten von ING und JPMorgan warnen, dass ein direkter Schlag gegen die Insel die iranischen Exporte von täglich 1,5 Millionen Barrel vollständig stoppen und eine schwere Vergeltung provozieren könnte.

Historisch größte Freigabe strategischer Ölreserven

Um den Preisdruck zu dämpfen, hat die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven koordiniert – die umfangreichste Aktion dieser Art in der Geschichte der Organisation. Asiatische Länder haben bereits mit der Freigabe begonnen, Europa und Amerika folgen Ende März.

US-Energieminister Chris Wright zeigte sich optimistisch, dass der Konflikt in den kommenden Wochen beigelegt werden könnte. Experten wie Erik Meyersson von der schwedischen Bank SEB warnen jedoch vor einer unkontrollierbaren Eskalationsspirale, da die USA auch Optionen wie die Besetzung Süd-Irans oder Razzien an Atomanlagen prüfen.

Die Folgen für die Weltwirtschaft sind bereits messbar. Finanzinstitute wie Citi und Nomura haben ihre Prognosen für den indischen Aktienmarkt (Nifty 50) deutlich gesenkt. Nomura betont, die aktuelle Eskalation sei gefährlicher als der Ukraine-Konflikt, da die Straße von Hormus eine Schlüsselrolle für den globalen Öl- und LNG-Handel spiele. Citi warnt vor einer Entwicklung weg von einem reinen Preisschock hin zu einer physischen Verknappung von Rohstoffen, Düngemitteln und Vorprodukten.

Pharmaindustrie kämpft mit Logistik-Engpässen

Auch die Pharmaindustrie steht vor erheblichen Herausforderungen. Wichtige Luftfracht-Drehkreuze wie Dubai und Doha wurden durch iranische Angriffe zeitweise geschlossen, was die Umleitung temperaturempfindlicher Medikamente – darunter Krebsmedikamente und Impfstoffe – erheblich erschwert.

Experten des Council on Foreign Relations warnen: Bei anhaltender Blockade könnten die Vorräte an spezialisierten Medikamenten in der Golfregion innerhalb von vier bis sechs Wochen knapp werden. Logistikunternehmen wie Kuehne+Nagel versuchen, über alternative Routen via Saudi-Arabien oder Oman die Versorgung aufrechtzuerhalten – kämpfen aber mit steigenden Transportkosten und komplexen Kühlketten-Anforderungen.

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