Nahost-Konflikt treibt Treibstoffpreise auf Rekordniveau und erschüttert Asien
Eskalation zwischen Iran, Israel und USA löst massive Verwerfungen in Energie-, Luftfahrt- und Goldmärkten aus.

Der eskalierte Nahost-Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA sorgt für beispiellose wirtschaftliche Verwerfungen in Asien. Tankerpassagen durch die Straße von Hormus – die rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert – sind im Wochenvergleich um etwa 90 Prozent eingebrochen. Die Folge: akute Lieferengpässe und ein dramatischer Preisanstieg bei Energie.
Jet-Kerosin in Singapur erreichte laut S&P Global Platts am Mittwoch ein Rekordhoch von 231,42 US-Dollar pro Barrel. Reuters meldete zuvor einen Preis von 225 Dollar, der sich zwischenzeitlich auf rund 195 Dollar abschwächte. Bunker-Kraftstoff verteuerte sich in Singapur seit Konfliktbeginn um mehr als 40 Prozent, was die globalen Schifffahrtskosten deutlich nach oben treibt.
Der Rohölpreis insgesamt ist in dieser Woche um mehr als 15 Prozent gestiegen. Für asiatische Volkswirtschaften, die als große Energieimporteure besonders abhängig sind, verschlechtert dies die Handelsbilanzen und befeuert die Inflation. Gleichzeitig sinken die Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve.
Luftfahrtbranche in der Zange
Die Luftfahrtindustrie leidet unter einem Doppelschlag aus explodierenden Betriebskosten und logistischen Problemen. Am Drehkreuz Dubai ist das Verkehrsaufkommen auf rund 25 Prozent des Normalbetriebs gefallen. Die großen Golfcarrier Emirates, Qatar Airways und Etihad – die zusammen etwa ein Drittel aller Passagiere zwischen Europa und Asien befördern – fliegen reduzierte Pläne. Der Doha-Hub von Qatar Airways ist weiterhin geschlossen.
Ein von der französischen Regierung gecharterter Air-France-Flug zur Rückholung französischer Staatsangehöriger aus den Emiraten musste wegen Raketenbeschusses in der Region umkehren. Aktien asiatischer Fluggesellschaften wie Qantas, Air New Zealand, Cathay Pacific und Singapore Airlines gerieten unter Druck.
Vermögende Asiaten verlagern Kapital von Dubai nach Singapur
Die Instabilität im Golf treibt wohlhabende asiatische Kunden dazu, Dubai als bevorzugten Vermögensstandort zu überdenken. Zahlreiche Unternehmer und Familien aus China erkundigen sich bei Finanzdienstleistern in Singapur und Hongkong über Vermögenstransfers aus den Emiraten. Ein Singapurer Vermögensberater berichtete, er habe diese Woche 13 in den Emiraten ansässige Kunden gesprochen – mehr als die Hälfte erwäge ernsthaft einen Umzug nach Singapur.
Allerdings ist das Bild nicht einheitlich: Der CEO einer in Dubai ansässigen Vermögensverwaltungsgruppe erklärte, er sehe keine „ernsthaften Diskussionen über Kapitalflucht
