Indien hält Benzin- und Dieselpreise für Verbraucher stabil
Die indische Regierung plant trotz steigender Kraftstoffvorräte keine Erhöhung der Endkundenpreise für Benzin und Diesel.

Indien signalisiert Stabilität an der Zapfsäule: Die Regierung in Neu-Delhi plant keine Anhebung der Endkundenpreise für Benzin und Diesel. Dies geht aus einem Reuters-Bericht hervor, der die aktuelle Energiestrategie des bevölkerungsreichsten Landes der Welt beleuchtet. Für Millionen indischer Verbraucher bedeutet das vorerst Entlastung an den Tankstellen.
Gleichzeitig steigen Indiens Kraftstoffvorräte täglich an. Das Land navigiert dabei geschickt durch die globalen Energiemärkte und diversifiziert seine Bezugsquellen. So erwägt die Regierung laut Reuters den Kauf von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland, sofern entsprechende Lieferangebote eingehen.
Indiens Energiestrategie zwischen Russland und Saudi-Arabien
Neben der möglichen Zusammenarbeit mit Russland setzt Indien auch auf bewährte Lieferketten. Der staatliche Ölkonzern Indian Oil hat demnach mehrere Ölladungen zur Verladung im saudi-arabischen Hafen Yanbu gebucht. Diese Doppelstrategie verdeutlicht, wie Indien seine Energieversorgung breit aufstellt und von keinem einzelnen Lieferanten abhängig machen will.
Für internationale Ölmärkte und Anleger ist Indien als drittgrößter Ölimporteur der Welt ein bedeutender Faktor. Die Entscheidung, Verbraucherpreise stabil zu halten, dürfte auch innenpolitische Gründe haben – hohe Kraftstoffpreise gelten in Indien als sozial sensibles Thema. Die Regierung unter Premierminister Narendra Modi steht damit vor dem Balanceakt zwischen Haushaltsdisziplin und Bevölkerungszufriedenheit.
