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Nahost-Eskalation treibt Ölpreis auf 82 Dollar – Märkte unter Druck

US- und israelische Angriffe auf den Iran lösen massive Produktionsstopps aus und erschüttern globale Energiemärkte.

3 Min
Nahost-Eskalation treibt Ölpreis auf 82 Dollar – Märkte unter Druck

Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge zwingen Energieunternehmen in der gesamten Region zu weitreichenden Produktionsstopps. Die Folge: Der Rohölpreis schnellte um 13 Prozent auf über 82 US-Dollar pro Barrel – den höchsten Stand seit Januar 2025.

Besonders gravierend ist der Produktionsstopp Katars beim Flüssigerdgas (LNG). Eine Energieanlage des staatlichen Konzerns QatarEnergy wurde laut Regierungsangaben am Montag von zwei iranischen Drohnen getroffen. Katar ist nach den USA der weltweit zweitgrößte LNG-Exporteur und deckt rund 20 Prozent der globalen LNG-Versorgung ab – 82 Prozent der Kunden sitzen in Asien. Der Ausfall trifft damit sowohl europäische als auch asiatische Importeure mit voller Wucht.

Saudi-Arabien schloss vorsorglich seine größte Raffinerie, die Ras-Tanura-Anlage von Saudi Aramco mit einer Kapazität von 550.000 Barrel pro Tag. Das saudische Energieministerium versicherte zwar, die lokale Versorgung sei gesichert und die Lage unter Kontrolle – zwei Drohnen wurden abgefangen –, doch als wichtiger Exportterminal für Rohöl verschärft die Schließung die globalen Versorgungsängste erheblich.

Produktionsstopps von Kurdistan bis Israel

Im Irakischen Kurdistan stellten mehrere Unternehmen die Förderung ein, darunter DNO, Gulf Keystone Petroleum, Dana Gas und HKN Energy. Die Region exportiert normalerweise rund 200.000 Barrel pro Tag über eine Pipeline nach Ceyhan in der Türkei. Auch Israel ist betroffen: Die Regierung wies Chevron an, das Leviathan-Gasfeld zu stoppen, das im Rahmen eines 35-Milliarden-Dollar-Exportvertrags mit Ägypten ausgebaut wird. Der Energiekonzern Energean stoppte zusätzlich sein Produktionsschiff für kleinere Gasfelder.

Im Iran selbst wurden am Samstag Explosionen auf der Insel Kharg gemeldet, wo 90 Prozent der iranischen Rohölexporte verarbeitet werden. Die genauen Schäden sind noch unklar. Der Iran ist der drittgrößte OPEC-Produzent und liefert rund 4,5 Prozent der weltweiten Ölversorgung. Hinzu kommt die nahezu vollständige Einstellung der Schifffahrt in der Straße von Hormus – durch die normalerweise ein Fünftel der globalen Ölversorgung fließt.

Märkte flüchten in sichere Häfen

Die Unsicherheit treibt Anleger in klassische Sicherheitsinvestments. Gold-Futures legten deutlich zu, während die Futures auf die großen US-Aktienindizes erhebliche Verluste signalisierten. Auch die asiatischen Börsen gaben nach. Der US-Dollar wertete gegenüber Euro und britischem Pfund auf – Analysten sehen einen stärkeren Dollar als eine der unmittelbaren Folgen des Konflikts. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass Rohöl in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel steigen könnte, sollte die Eskalation anhalten.

Analysten der Barclays Bank stufen europäische Versicherer als relativ defensiven Sektor in diesem Umfeld ein. Starke Bilanzen und eine begrenzte direkte Zeichnungsexposition gegenüber den Kampfhandlungen machen sie im Vergleich zu europäischen Banken zur relativen Zuflucht. Die relevanten Versicherungssparten – politische Risiken, Schifffahrt, Energie, Luftfahrt, Cyber und internationale Sachversicherungen – machen nur einen kleinen Teil des Prämienvolumens aus und sind oft zu 20 bis 40 Prozent rückversichert.

Die höchste potenzielle Exposition sehen die Barclays-Analysten bei spezialisierten Versicherern wie Hiscox, Lancashire und Conduit, gefolgt von Rückversicherern wie Swiss Re, Munich Re, Hannover Re und SCOR. Kriegsversicherungsverträge erlauben es Versicherern, Deckungen für Schiffe und Flugzeuge kurzfristig zurückzuziehen oder neu zu bepreisen – insbesondere wenn das Lloyd's Joint War Committee ein Gebiet als erhöhtes Risiko einstuft.

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