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Nahost-Eskalation erschüttert Ölmärkte – Kanadas Wirtschaft schrumpft

Gemeinsame US-israelische Angriffe auf den Iran lösen globale Marktverwerfungen aus, Ölpreise springen neun Prozent.

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Nahost-Eskalation erschüttert Ölmärkte – Kanadas Wirtschaft schrumpft

Die globalen Finanzmärkte stehen unter massivem Druck: Nach gemeinsamen US-israelischen Militärschlägen, bei denen Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei ums Leben gekommen sein soll, eskaliert die geopolitische Lage im Nahen Osten dramatisch. Die Revolutionsgarden des Iran reagierten mit Raketenangriffen auf drei US-amerikanische und britische Öltanker im Golf und in der Straße von Hormus. Iran erklärte die strategisch entscheidende Meerenge daraufhin für geschlossen.

Der Brent-Rohölpreis schoss um rund neun Prozent auf 82,37 Dollar pro Barrel nach oben, WTI kletterte auf 75,33 Dollar. Mindestens drei Tanker wurden beschädigt, ein Mensch kam ums Leben. Die Straße von Hormus ist für die globale Energieversorgung von zentraler Bedeutung: Rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots fließen durch diesen Engpass.

Große Reedereien wie Maersk weichen bereits auf die längere Route um das Kap der Guten Hoffnung aus. Über 200 Schiffe ankern Berichten zufolge in der Nähe der Straße. Die Internationale Energiebehörde (IEA) beobachtet die Lage und ist bereit, strategische Ölreserven freizugeben, falls nötig.

Ölpreisausblick und Währungsmärkte

Analysten der UBS erwarten anhaltend steigende Ölpreise entlang der gesamten Terminkurve. Citigroup prognostiziert für Brent in dieser Woche eine Spanne von 80 bis 90 Dollar. Für europäische Verbraucher und die energieintensive deutsche Industrie dürfte die Entwicklung besonders schmerzhaft werden.

An den Devisenmärkten flüchteten Anleger in sichere Häfen: US-Dollar und Schweizer Franken legten zu, Euro und Pfund Sterling gaben nach. Wells Fargo warnte vor der besonderen Verwundbarkeit des Euro, da die EU in die Gasbefüllungssaison mit historisch niedrigen Speicherständen startet und nun große Mengen Energie zu überhöhten Preisen einkaufen muss. Der japanische Yen schwächte sich ab, da höhere Energieimportkosten die Bank of Japan zu einer Verzögerung geplanter Zinserhöhungen zwingen könnten.

Kanadas Wirtschaft überraschend geschrumpft

Parallel zur geopolitischen Krise lieferte Kanada enttäuschende Konjunkturdaten. Statistics Canada meldete, dass die Wirtschaft im vierten Quartal annualisiert um 0,6 Prozent geschrumpft ist – Analysten hatten eine Stagnation erwartet. Haupttreiber war ein massiver Lagerabbau: Unternehmen zogen Bestände im Wert von 23,46 Milliarden kanadischen Dollar zurück, was teilweise auf zuvor aufgebaute Vorräte im Vorfeld der US-Zölle zurückzuführen ist. Auch Wohnungsbauinvestitionen sanken um annualisiert 4,4 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2025 wuchs Kanadas Wirtschaft nur um 1,7 Prozent – das schwächste Jahresergebnis seit 2020. Stützend wirkten der private Konsum (plus 0,4 Prozent im vierten Quartal) sowie staatliche Investitionen. Bemerkenswert: Die Staatsausgaben für Waffensysteme stiegen im Jahresvergleich um 45,9 Prozent.

US-Zollpolitik in Turbulenzen

Ein weiteres Marktthema ist die US-Handelspolitik. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte Trumps Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für nichtig. Betroffen sind sowohl die reziproken Zölle als auch jene gegen China, Mexiko und Kanada. Dem US-Finanzministerium droht die Rückerstattung von bis zu 175 Milliarden Dollar an bereits eingenommenen Zöllen.

Präsident Trump reagierte umgehend und verhängte neue globale Zölle auf Basis von Section 122 des Trade Act von 1974 – zunächst zehn, dann 15 Prozent, dem gesetzlichen Maximum für 150 Tage. Ausgenommen sind strategische Güter wie Energie, Rohstoffe und Medikamente sowie Waren aus Kanada und Mexiko. Deutsche Wirtschaftskreise zeigen sich besorgt über die rechtliche Grundlage dieser Maßnahme: Section 122 setzt ein fundamentales Zahlungsbilanzproblem voraus, das beim aktuellen Wechselkurssystem der USA kaum nachweisbar ist.

Reisechaos und Unternehmensschlagzeilen

Die Luftraumsperrungen infolge der Nahost-Eskalation führten zu massiven Reiseunterbrechungen. Rund 3.000 Flüge wurden gestrichen, wichtige Drehkreuze wie Dubai, Tel Aviv und Doha sind betroffen. Etihad Airways hat vier Airbus A380 am Boden. In der Medienbranche versucht Skydance-Chef David Ellison, Warner Bros. Discovery wegen dessen starker IP-Bibliothek zu übernehmen.

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