IEA plant historisch größte Freigabe strategischer Ölreserven
Die Internationale Energieagentur reagiert auf explodierende Ölpreise durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat bei einem Dringlichkeitstreffen die größte Reservenfreigabe ihrer Geschichte vorgeschlagen. Der Plan soll die massiven Verwerfungen am Ölmarkt eindämmen, die durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran entstanden sind. Die Freigabe würde die bisherige Rekordmenge von 182 Millionen Barrel aus dem Jahr 2022 übertreffen.
Am Dienstag präsentierten IEA-Vertreter den Vorschlag den Energiebeauftragten aller 32 Mitgliedsländer in einem Notfalltreffen. Eine Entscheidung wird bereits am Mittwoch erwartet. Der Plan gilt als angenommen, sofern kein einziges Mitgliedsland Einspruch erhebt – selbst ein einzelnes Veto könnte den Prozess jedoch erheblich verzögern.
Straße von Hormus fast vollständig blockiert
Auslöser der Krise ist die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus, der strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Weltmarkt. Täglich passiert etwa ein Fünftel des globalen Ölangebots diese schmale Wasserstraße. Iranische Angriffe auf Öltanker haben den Schiffsverkehr dort fast zum Erliegen gebracht.
Genau für solche Szenarien wurde die IEA im Jahr 1974 gegründet – als Reaktion auf das arabische Ölembargo. Der Zusammenschluss westlicher Staaten und ihrer Partner legt verbindliche Mindestmengen für nationale Ölreserven fest und koordiniert deren Freigabe in Krisenzeiten, um Volkswirtschaften vor schweren Marktverwerfungen zu schützen.
Ölpreis stieg um bis zu 40 Prozent
Seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist der Rohölpreis zeitweise um bis zu 40 Prozent in die Höhe geschossen und überschritt kurzzeitig die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Am Dienstag schloss der Preis zwar wieder unter 84 US-Dollar, doch die Kraftstoffpreise – insbesondere für Diesel – bleiben auf deutlich erhöhtem Niveau.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist die Entwicklung besonders relevant: Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft stark von stabilen Energiepreisen abhängig. Steigende Dieselpreise belasten Logistik, Industrie und Landwirtschaft gleichermaßen. Händler weltweit beobachten derzeit aufmerksam die Äußerungen von US-Präsident Trump zur voraussichtlichen Dauer des Konflikts.
