ANZEIGE

Goldpreis unter 4600 Dollar: Fed dämpft Zinssenkungshoffnungen

Restriktive Fed-Signale und ein starker US-Dollar setzen den Goldpreis massiv unter Druck.

•• 3 Min
Goldpreis unter 4600 Dollar: Fed dämpft Zinssenkungshoffnungen

Der Goldpreis befindet sich im freien Fall. Am Donnerstag, dem 19. März 2026, rutschte die Feinunze unter die Marke von 4600 US-Dollar – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed endgültig geschwunden sind. Vom Rekordhoch bei knapp 5600 Dollar, das erst Ende Januar markiert worden war, ist das Edelmetall damit weit entfernt.

Die Fed ließ den Leitzins am Mittwochabend unverändert und signalisierte lediglich einen einzigen Zinsschritt für den Rest des Jahres. Anleger, die fest mit zwei Senkungen gerechnet hatten, reagierten mit Enttäuschung. Fed-Chef Jerome Powell warnte zudem, dass steigende Energiepreise die Inflation kurzfristig anheizen könnten – was den geldpolitischen Spielraum weiter einengt.

Der US-Dollar legte infolge der restriktiven Fed-Signale deutlich zu. Da Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, verteuert eine starke US-Währung das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums spürbar. Die Nachfrage bremst sich dadurch weltweit ab – ein klassischer Belastungsfaktor für den Goldpreis.

Goldpreis fällt unter 5000 Dollar

Bereits am 18. März hatte der Goldpreis die psychologisch wichtige Marke von 5000 Dollar unterschritten. An der Londoner Börse wurde die Feinunze mit 4955 Dollar gehandelt – ein Rückgang von rund 40 Dollar gegenüber dem Vortag. Trotz des anhaltenden Iran-Kriegs blieb eine klassische Flucht in den sicheren Hafen Gold weitgehend aus.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank kommentierte in einer aktuellen Studie, dass sich Gold schwertue, seiner Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten gerecht zu werden. Der Grund: Ein erstarkter Dollar und steigende Inflationserwartungen überlagern den geopolitischen Rückenwind. Staatsanleihen werden durch die Aussicht auf längerfristig höhere Renditen gegenüber dem unverzinsten Gold zunehmend attraktiver.

Die Marktteilnehmer preisen mittlerweile nur noch eine einzige Zinssenkung für 2026 ein. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar waren noch zwei Zinsschritte erwartet worden. Diese Neubewertung der US-Geldpolitik belastet den Goldmarkt strukturell.

Geopolitische Eskalation sorgte kurzzeitig für Rekordhoch

Anfang März hatte die dramatische Zuspitzung im Nahen Osten den Goldpreis noch beflügelt. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran – bei denen auch Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde – kletterte die Feinunze am 2. März in der Spitze auf 5415 Dollar. Anleger flüchteten in den sicheren Hafen, die Risikoaversion an den Finanzmärkten war auf dem Höhepunkt.

Doch der Kursanstieg erwies sich als kurzlebig. Bereits am Folgetag drehte Gold ins Minus. Die indirekten Folgen des Konflikts – insbesondere der Anstieg der Ölpreise durch die Einschränkung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus – heizten die Inflationsängste an. Am 9. März verteuerte sich Brent-Öl in der Spitze um fast 20 Prozent auf 111 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit Juli 2022. JPMorgan-Chefvolkswirt Bruce Kasman warnte, dass ein anhaltender Konflikt die Weltwirtschaft fundamental treffen könnte.

Am 11. März verharrte der Goldpreis trotz der anhaltenden Kampfhandlungen im Seitwärtstrend bei rund 5165 Dollar. Gegensätzliche Kräfte hielten sich die Waage: Der Iran-Krieg als Unsicherheitsfaktor stützte einerseits die Nachfrage, andererseits drohte die Inflationsbeschleunigung die Fed zu einem noch restriktiveren Kurs zu zwingen.

Bundesbank-Goldreserven auf Rekordhoch

Einen Lichtblick lieferte Anfang März die Deutsche Bundesbank: Der Gesamtwert der deutschen Goldreserven stieg bis Ende 2025 auf 395,2 Milliarden Euro – nach gut 270 Milliarden Euro im Vorjahr. Treiber war allein der Preisanstieg, denn die physische Menge blieb nahezu konstant. Die Feinunze kletterte im Jahr 2025 von rund 2600 auf etwa 4300 Dollar, was Gold zum stärksten Jahrgang seit 1979 machte.

Die geografische Verteilung der rund 3350 Tonnen deutschen Goldes blieb weitgehend unverändert: 1710 Tonnen lagern in Frankfurt, 1236 Tonnen in New York und rund 404 Tonnen in London. Lediglich 1,26 Tonnen wurden für die Prägung von Goldmünzen entnommen. Die Bundesbank-Bilanz verdeutlicht eindrucksvoll, wie stark Preisbewegungen die Bewertung nationaler Goldreserven beeinflussen können.

GoldpreisFed ZinsentscheidZinssenkungUs-DollarIran-Krieg

Meistgelesene News

  1. Singapur senkt Haushaltsstrompreis um 10,4 Prozent – Erdgaspreise geben nach
  2. Andrada Mining steigert Zinnausbeute im ersten Halbjahr um 13 Prozent
  3. Abenójar Tungsten erwägt IPO in London für Wolfram-Projekt El Moto
  4. Agrarrohstoffe auf Höhenflug: Lebensmittelinflation droht mit Verzögerung
  5. Iran-Konflikt treibt Ölpreis: Teherans Drohungen heizen Rohstoffmärkte an

Disclaimer