Goldpreis unter 5.200 Dollar: Iran-Konflikt treibt Öl und Dollar
Der Goldpreis gibt nach, während Öl über 100 Dollar springt und der Dollar-Index ein Zweimonatshoch erreicht.

Der Goldpreis ist am Donnerstag im asiatischen Handel unter die Marke von 5.200 Dollar je Unze gefallen. Der Spot-Goldpreis verlor 0,6 Prozent auf 5.147,05 Dollar, während Gold-Futures um 0,5 Prozent auf 5.151,86 Dollar nachgaben. Damit bewegt sich das Edelmetall wieder in der Handelsspanne der Vorwoche zwischen 5.000 und 5.200 Dollar.
Auslöser der Schwäche ist der anhaltende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Anleger schichten Kapital verstärkt in den US-Dollar und Rohöl um, da es kaum Anzeichen für eine Deeskalation gibt. Der Dollar-Index stieg um 0,2 Prozent und notierte nahe einem Zweimonatshoch – ein Umfeld, das Gold traditionell belastet.
Die Ölpreise sprangen am Donnerstag kräftig an und überstiegen kurzzeitig die Marke von 100 Dollar je Barrel. Medienberichte über Angriffe auf zwei internationale Öltanker nahe dem Irak sowie die Evakuierung eines omanischen Ölexportterminals sorgten für Aufruhr. Besonders brisant: Der Iran soll die Straße von Hormus blockiert haben, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt.
Inflationssorgen belasten das Edelmetall
Die steigenden Ölpreise wecken bei Investoren Befürchtungen über einen langfristigen Inflationsanstieg. Das schürt Sorgen, dass die Zentralbanken ihre restriktive Geldpolitik länger beibehalten könnten – ein Szenario, das für zinsloses Gold wenig vorteilhaft ist. Auch andere Edelmetalle gaben nach: Silber fiel um 0,2 Prozent auf 85,56 Dollar, Platin sank um 0,1 Prozent auf 2.167,26 Dollar je Unze.
Gold war am Mittwoch kurzzeitig über 5.200 Dollar ausgebrochen, fiel jedoch nach der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (CPI) wieder darunter zurück. Die Daten entsprachen zwar den Erwartungen, konnten die Sorgen über künftigen energiegetriebenen Preisdruck aber nicht zerstreuen. US-Präsident Donald Trump betonte mehrfach, der Iran-Krieg stehe kurz vor dem Ende – die Märkte reagierten darauf mit widersprüchlichen Signalen.
PCE-Daten im Fokus
Der Blick der Märkte richtet sich nun auf den PCE-Preisindex für Januar, der am Freitag veröffentlicht wird. Dieser gilt als das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve und dürfte die langfristigen Inflationserwartungen maßgeblich beeinflussen. Die Energiepreisschocks aus dem Iran-Konflikt werden in den Januar-Daten noch nicht vollständig sichtbar sein, dennoch erhoffen sich Anleger wichtige Hinweise zur Lage der weltgrößten Volkswirtschaft.
