Gold legt zu, steuert aber auf Wochenverlust von 3% zu
Starker Dollar und steigende Anleiherenditen überschatten die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.

Der Goldpreis legte am Freitag im asiatischen Handel zu, konnte den Wochenverlust jedoch nicht abwenden. Der Spot-Goldpreis stieg um 0,8% auf 5.119,56 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,3% auf 5.128,81 Dollar zulegten. Auf Wochensicht droht dem Edelmetall dennoch ein Minus von mehr als 3%.
Hauptbelastungsfaktoren sind ein fester US-Dollar sowie steigende Renditen von Staatsanleihen. Der US-Dollar-Index gab am Freitag zwar leicht um 0,3% nach, ist aber auf Kurs für ein wöchentliches Plus von 1,5%. Ein starker Dollar macht in Dollar notierte Rohstoffe wie Gold für internationale Käufer teurer und dämpft damit die Nachfrage.
Obwohl der Nahost-Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran in seinen siebten Tag eintrat und sich die Lage mit Raketenbeschuss und Vergeltungsangriffen weiter zuspitzte, reichte die geopolitische Unsicherheit nicht aus, um Gold nennenswert zu stützen. US-Präsident Donald Trump erklärte zudem, er wolle nach Kriegsende eine Rolle bei der Entscheidung über die künftige Führung des Irans spielen – ein Signal für anhaltende Unsicherheit in der Region.
Ölpreise befeuern Inflationssorgen
Die Ölpreise schossen in dieser Woche um über 18% in die Höhe, da der Konflikt wichtige Energieinfrastrukturen und Schifffahrtswege im Persischen Golf bedroht. Steigende Rohölpreise schüren Sorgen vor einer neuen globalen Inflationswelle. Das verkompliziert die Lage für Zentralbanken weltweit, darunter die US-Notenbank Federal Reserve.
Höhere Inflation könnte die Fed veranlassen, Zinssenkungen weiter hinauszuzögern. Gedämpfte Zinssenkungserwartungen belasten Gold zusätzlich, da das Edelmetall in einem Niedrigzinsumfeld besonders attraktiv ist. Anleger warten nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Februar – ein stärker als erwarteter Wert würde die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen weiter dämpfen.
Bei den übrigen Edelmetallen zeigte sich ein freundliches Bild: Silber stieg um 0,5% auf 83,97 Dollar pro Unze, Platin legte sogar um 1,5% auf 2.152,39 Dollar zu. Auch Kupfer war gefragt: Die Benchmark-Futures an der London Metal Exchange stiegen um 0,3% auf 12.956,33 Dollar pro Tonne, die US-Kupfer-Futures kletterten um 0,4% auf 5,84 Dollar pro Pfund.
