Goldpreis erholt sich nach 5%-Einbruch dank Iran-Konflikt
Nach dem stärksten Tagesrückgang seit Monaten stabilisiert sich Gold wieder – geopolitische Spannungen stützen die Safe-Haven-Nachfrage.

Der Goldpreis legte am Mittwoch im asiatischen Handel um 1,2% auf 5.150,63 US-Dollar pro Unze zu. Damit erholte sich das Edelmetall teilweise von seinem Einbruch vom Vortag, als Gold um 4,5% gefallen war – belastet durch einen starken US-Dollar und steigende Renditen bei US-Staatsanleihen. Die US-Gold-Futures notierten gleichzeitig 0,8% höher bei 5.166,40 US-Dollar.
Auslöser der Erholung sind die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Koordinierte US-Angriffe auf Ziele mit Verbindungen zum Iran hatten Vergeltungsdrohungen aus Teheran ausgelöst und schüren nun Sorgen vor einer breiteren regionalen Destabilisierung. Anleger suchen angesichts dieser Unsicherheit wieder verstärkt Schutz in sicheren Anlagen wie Gold.
Dollarkraft als Gegenwind für Gold
Der US-Dollar-Index handelte nahezu unverändert, nachdem er in den vergangenen zwei Tagen um rund 1,5% gestiegen war und dabei Sechs-Wochen-Hochs erreicht hatte. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft damit die internationale Nachfrage. Hinzu kommen gedämpfte Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve, was den makroökonomischen Gegenwind für das Edelmetall verstärkt.
Analysten sehen Gold derzeit zwischen zwei gegensätzlichen Kräften gefangen: Auf der einen Seite stehen Zuflüsse in sichere Häfen aufgrund geopolitischer Unsicherheit, auf der anderen Seite drücken Dollarstärke und erhöhte Anleiherenditen auf den Preis. Diese Konstellation dürfte die Volatilität des Edelmetalls in den kommenden Wochen erhöhen.
Alle Edelmetalle erholen sich deutlich
Auch andere Edelmetalle verzeichneten eine kräftige Gegenbewegung. Silber stieg um 3% auf 84,44 US-Dollar pro Unze, nachdem es am Vortag um mehr als 8% eingebrochen war. Platin legte sogar um 2,8% auf 2.148,50 US-Dollar zu – nach einem Minus von 10% am Dienstag.
Am Industriemetallmarkt stiegen die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange um 0,8% auf 13.049,33 US-Dollar pro Tonne. US-Kupfer-Futures kletterten um 1,1% auf 5,89 US-Dollar pro Pfund. Der Nahe-Osten-Konflikt hält zudem die Ölpreise auf hohem Niveau, da Marktteilnehmer mögliche Unterbrechungen wichtiger Schifffahrtsrouten im Persischen Golf fürchten – was wiederum Inflationssorgen befeuert und den Ausblick für Zentralbanken weltweit erschwert.
Aus China kamen derweil gemischte Signale: Offizielle PMI-Daten deuteten auf eine schrumpfende Fabrikaktivität hin, während private Umfragen überraschend positive Expansionsbedingungen meldeten. Diese unterschiedliche Datenlage spiegelt die fragile Erholung der chinesischen Wirtschaft wider – einem der weltgrößten Goldkonsumenten.
