ANZEIGE

Goldpreis dreht ins Minus – Dollar und Nahostkonflikt bestimmen das Geschehen

Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten belastet ein starker US-Dollar den Goldpreis.

•• 2 Min
Goldpreis dreht ins Minus – Dollar und Nahostkonflikt bestimmen das Geschehen

Der Goldpreis hat am Dienstag seine frühen Gewinne vollständig abgegeben und ins Minus gedreht. Der Spot-Goldpreis fiel um 0,4 Prozent auf 5.303,12 US-Dollar pro Unze, nachdem er zwischenzeitlich noch um bis zu 1 Prozent auf 5.379,65 Dollar gestiegen war. US-Gold-Futures notierten weitgehend unverändert bei 5.316,06 Dollar pro Unze.

Hauptbelastungsfaktor war ein deutlich stärkerer US-Dollar. Der US-Dollar-Index legte im asiatischen Handel um 0,4 Prozent zu, nachdem er in der Vorsitzung bereits um 0,8 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Januar geklettert war. Ein fester Greenback verteuert Gold für ausländische Käufer und dämpft damit die Nachfrage.

Eskalation im Nahen Osten treibt Nachfrage nach sicheren Häfen

Das Edelmetall erhielt zunächst Unterstützung durch die dramatische Eskalation im Nahostkonflikt. US-amerikanische und israelische Streitkräfte hatten am Wochenende großangelegte Angriffe auf den Iran gestartet, bei denen Ayatollah Ali Khamenei sowie zahlreiche hochrangige Kommandeure getötet wurden. Teheran reagierte mit Vergeltungsschlägen und Raketenangriffen in der gesamten Region.

Der Konflikt weitete sich weiter aus: Israelische Angriffe auf den Libanon folgten auf Attacken der Hisbollah, zudem gab es Berichte über einen Zwischenfall, bei dem die kuwaitische Luftabwehr versehentlich US-Jets abschoss. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Operation könnte noch einige Wochen andauern – ein Signal für anhaltende regionale Instabilität.

Besonders brisant: Der Iran drohte, jedes Schiff anzugreifen, das die Straße von Hormus passiert. Diese strategische Meerenge ist ein entscheidendes Nadelöhr für die weltweiten Öllieferungen. Die Angst vor Versorgungsunterbrechungen ließ die Ölpreise stark steigen und befeuerte die Inflationserwartungen – was Gold als Inflationsschutz grundsätzlich attraktiver macht.

Silber und Platin unter starkem Druck

Auch andere Edelmetalle konnten ihre frühen Gewinne nicht halten und gaben deutlich nach. Silber verlor 3 Prozent auf 88,64 Dollar pro Unze, während Platin sogar um 4 Prozent auf 2.224,06 Dollar pro Unze fiel. Kupfer-Futures an der London Metal Exchange notierten kaum verändert bei 13.113,72 Dollar pro Tonne, während US-Kupfer-Futures um 0,4 Prozent auf 5,94 Dollar pro Pfund nachgaben.

Für deutsche Anleger bleibt Gold trotz der kurzfristigen Schwäche ein viel beachteter Krisenindikator. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, Inflationsdruck und Dollar-Stärke dürfte den Goldmarkt in den kommenden Wochen weiter in Bewegung halten.

GoldpreisUs-DollarNahostkonfliktIranStraße Von Hormus

Meistgelesene News

  1. Singapur senkt Haushaltsstrompreis um 10,4 Prozent – Erdgaspreise geben nach
  2. Iran-Konflikt treibt Ölpreis: Teherans Drohungen heizen Rohstoffmärkte an
  3. Edelmetallsektor unter Spannung: LBMA-Verfahren und Silber-Marktrisiken
  4. Wolfram-Boom: Preisexplosion und Milliardenprognosen für den kritischen Rohstoff
  5. Euronext-Mahlweizen gibt minimal nach: US-Maislager drücken weiter auf die Getreidesparte

Disclaimer