Bernstein hebt Goldpreis-Ziel auf 6.100 Dollar bis 2030
Das Brokerhaus Bernstein sieht Gold bis Ende des Jahrzehnts bei über 6.000 Dollar – dank Zentralbanknachfrage und US-Zinssenkungen.

Das renommierte Brokerhaus Bernstein hat seine langfristigen Goldpreis-Prognosen deutlich nach oben korrigiert. Laut dem aktualisierten Analyserahmen könnte die Feinunze Gold bis 2026 auf 4.800 US-Dollar steigen – und bis 2030 sogar auf 6.100 US-Dollar klettern. Damit würde Gold seinen aktuellen Kurs in den kommenden Jahren nahezu verdoppeln.
Grundlage der neuen Prognose ist ein überarbeitetes Bewertungsmodell, das zwei zentrale Nachfragetreiber in den Fokus rückt: die Nettonachfrage der Zentralbanken weltweit sowie Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds (ETFs). Beide Faktoren hätten zuletzt strukturell an Bedeutung gewonnen und dürften laut Bernstein auch mittelfristig robust bleiben.
Zinssenkungen als Katalysator
Ein weiterer wesentlicher Faktor in Bernsteins Analyse sind die erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve. Niedrigere Zinsen reduzieren die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls und machen Gold für institutionelle sowie private Anleger attraktiver. Historisch hat Gold in Phasen sinkender Realzinsen besonders stark performt.
Für deutsche Anleger ist der Kontext bedeutsam: Auch die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich in einem Zinssenkungszyklus, was den Goldpreis zusätzlich stützen könnte. Zudem sorgen geopolitische Unsicherheiten und die anhaltende Diversifikationsstrategie vieler Notenbanken weg vom US-Dollar für strukturelle Rückenwind.
Die institutionelle Nachfrage nach Gold hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Zentralbanken – insbesondere aus Schwellenländern wie China, Indien und der Türkei – kaufen in Rekordmengen, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Dieser Trend dürfte laut Bernstein anhalten und den Goldpreis langfristig unterstützen.
Ambitionierte Ziele im Marktvergleich
Mit einem Kursziel von 6.100 Dollar für 2030 gehört Bernstein zu den bullischsten Stimmen am Markt. Zum Vergleich: Aktuell notiert Gold bei rund 3.300 Dollar je Feinunze – das neue Ziel impliziert damit ein Aufwärtspotenzial von fast 85 Prozent über den Rest des Jahrzehnts. Andere Großbanken wie Goldman Sachs und JPMorgan haben ihre Prognosen zwar ebenfalls angehoben, bleiben aber unter den Bernstein-Schätzungen.
Für Privatanleger unterstreicht die Analyse, dass Gold als langfristige Depotbeimischung weiterhin attraktiv erscheint. Ob über physisches Gold, ETFs oder Goldminenaktien – die strukturellen Argumente für das Edelmetall haben laut Bernstein an Überzeugungskraft gewonnen.
