Goldpreis nahe 5.200 Dollar: Starke Februar-Gewinne dank Krisenangst
Das Edelmetall profitiert von geopolitischen Spannungen, US-Handelsunsicherheit und dem Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan.

Der Goldpreis stabilisiert sich zum Monatsende bei rund 5.200 US-Dollar pro Unze und steuert auf einen starken Februar zu. Der Spot-Goldpreis notierte zuletzt bei 5.187,18 Dollar, während die April-Futures um 0,2 Prozent auf 5.203,61 Dollar stiegen. Im Monatsverlauf legte Gold damit um beachtliche 6,7 Prozent zu.
Den Auftakt machte eine turbulente Phase: Anfang Februar war der Spotpreis noch auf rund 4.600 Dollar abgestürzt, nachdem eine spekulative Rallye in sich zusammengebrochen war. Die anschließende Erholung verdankt das Edelmetall vor allem der gestiegenen Nachfrage nach sicheren Häfen. Anleger flüchten in Gold, wenn politische und wirtschaftliche Risiken zunehmen.
Ein wesentlicher Treiber der Erholung war die Eskalation im Nahen Osten. Die USA entsandten weitere Kriegsschiffe in die Region und drohten dem Iran mit militärischen Maßnahmen, sollte Teheran kein Atomabkommen akzeptieren. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran endeten diese Woche ohne Einigung, beide Seiten vereinbarten jedoch weitere Verhandlungen.
Handelspolitik und Kriegsausbruch befeuern Nachfrage
Auch die US-Handelspolitik sorgte für Verunsicherung an den Märkten. Der Oberste Gerichtshof der USA kippte die meisten Zölle von Präsident Donald Trump, woraufhin dieser neue Abgaben unter einem anderen Rechtsrahmen ankündigte. Diese Entwicklungen schürten Wachstumssorgen und trieben Anleger in sichere Anlagen wie Gold.
Zusätzlichen Schub erhielt der Goldmarkt am Freitag durch den Ausbruch eines militärischen Konflikts zwischen Pakistan und Afghanistan. Der Krieg zwischen den beiden südasiatischen Nachbarstaaten blieb bislang regional begrenzt, verstärkte jedoch die globale Risikoaversion spürbar.
Auch andere Edelmetalle profitierten vom Umfeld: Silber stieg um 1,7 Prozent auf 89,78 Dollar pro Unze und verzeichnet im Februar ein Plus von 6 Prozent. Platin legte sogar um 3 Prozent auf 2.351,63 Dollar zu und führt mit einem Monatsgewinn von 8,4 Prozent die Edelmetall-Rangliste an.
Kupfer mit verhaltener Performance – Fokus auf China
Bei den Industriemetallen fiel die Bilanz bescheidener aus. Kupfer an der Londoner Metallbörse (LME) stieg um 0,2 Prozent auf 13.333 Dollar pro Tonne und liegt im Februar nur 1,2 Prozent im Plus. An der COMEX verteuerte sich Kupfer um 0,4 Prozent auf 6,0480 Dollar je Pfund.
Der Grund für die verhaltene Entwicklung liegt in China: Während des chinesischen Neujahrsfestes ruhte der Handel auf dem Festland über eine Woche lang. ANZ-Analysten wiesen darauf hin, dass die Kupfervorräte in China und weltweit stärker als erwartet gestiegen seien – bedingt durch Bergbau- und Handelsunterbrechungen.
Mit der Wiedereröffnung der chinesischen Märkte rückt nun die heimische Kaufaktivität in den Fokus. Mittelfristig rechnen Experten mit einem deutlichen Nachfrageanstieg bei Kupfer, da der globale Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz das Metall in großen Mengen benötigt.
