ANZEIGE

Goldpreis auf 5.415 Dollar: Nahost-Eskalation befeuert Edelmetall-Rally

Die Verschärfung des Nahost-Konflikts treibt Anleger massiv in den sicheren Hafen Gold.

•• 2 Min
Goldpreis auf 5.415 Dollar: Nahost-Eskalation befeuert Edelmetall-Rally

Der Goldpreis hat in der ersten Märzwoche 2026 erneut für Aufsehen gesorgt. Angesichts dramatischer Entwicklungen im Nahen Osten kletterte die Feinunze am Montag zeitweise auf 5.415 Dollar – nur knapp unterhalb des Allzeithochs von rund 5.600 Dollar aus dem Januar. Am Dienstag folgte eine Korrektur von gut drei Prozent, zuletzt notierte Gold bei rund 5.170 Dollar.

Auslöser der jüngsten Kursexplosion war eine massive geopolitische Eskalation. Laut Berichten der Nachrichtenagentur dpa führten Israel und die USA Angriffe auf den Iran durch, bei denen Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei ums Leben kam. Iranische Gegenangriffe und die Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Energiehandelsrouten der Welt – erhöhten die Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten schlagartig.

In solchen Phasen extremer Unsicherheit gilt Gold als klassische Absicherung. Institutionelle und private Anleger weltweit flüchten in das Edelmetall, wenn politische Stabilität fehlt und andere Anlageklassen unter Druck geraten.

Beeindruckende Kursentwicklung seit Jahresbeginn

Die aktuelle Stärke des Goldpreises ist kein kurzfristiges Phänomen. Seit Ende 2025 hat das Edelmetall rund 25 Prozent zugelegt. Bereits Ende Januar 2026 hatte Gold die Marke von 5.311 Dollar durchbrochen – damals befeuert durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der einen schwächeren Dollar öffentlich tolerierte. Da Gold in Dollar gehandelt wird, macht eine schwache US-Währung das Edelmetall für internationale Anleger günstiger und steigert die Nachfrage.

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit des Anstiegs: Allein in eineinhalb Wochen Ende Januar legte der Preis um fast 700 Dollar oder knapp 15 Prozent zu. Seit Jahresbeginn 2026 beläuft sich das Plus auf über 22 Prozent. Das folgt auf ein außergewöhnliches Jahr 2025, in dem Gold bereits 65 Prozent zulegte – das stärkste Jahresergebnis seit 1979.

Zum historischen Vergleich: Der Anstieg von 1.000 auf 2.000 Dollar dauerte noch rund ein Jahrzehnt. Allein im Jahr 2025 kletterte der Kurs um mehr als 2.000 Dollar.

Notenbanken und geopolitische Risiken als strukturelle Treiber

Hinter der Rally steckt mehr als kurzfristige Panik. Experte Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset Management beobachtet, dass Notenbanken in China und Indien systematisch Gold kaufen – als Schutz vor Sanktionsrisiken und wachsender globaler Staatsverschuldung. Diese strukturelle Nachfrage stützt den Preis auch abseits akuter Krisenmomente.

Zusätzlich belasten handelspolitische Spannungen das Marktsentiment. Trumps Zolldrohungen gegen europäische Staaten im Kontext des Grönland-Konflikts sowie die fragile Lage im Iran haben Investoren seit Jahresbeginn kontinuierlich in Sachwerte gedrängt. Analysten sehen vorerst wenig Anzeichen für eine grundlegende Trendwende beim Goldpreis, solange die geopolitischen Spannungen anhalten.

Für deutsche Privatanleger bleibt Gold damit ein zentrales Thema – als Depotabsicherung und Inflationsschutz in einem zunehmend unberechenbaren globalen Umfeld.

GoldpreisNahost-EskalationSicherer HafenEdelmetallAllzeithoch

Meistgelesene News

  1. Singapur senkt Haushaltsstrompreis um 10,4 Prozent – Erdgaspreise geben nach
  2. Iran-Konflikt treibt Ölpreis: Teherans Drohungen heizen Rohstoffmärkte an
  3. Edelmetallsektor unter Spannung: LBMA-Verfahren und Silber-Marktrisiken
  4. Wolfram-Boom: Preisexplosion und Milliardenprognosen für den kritischen Rohstoff
  5. Euronext-Mahlweizen gibt minimal nach: US-Maislager drücken weiter auf die Getreidesparte

Disclaimer