Grundstoffe unter Druck: Gold, Stahl und Kupfer im Fokus
Nahost-Konflikt und Fed-Erwartungen belasten Rohstoffmärkte – Analysten von TD Securities und J.P. Morgan mit klaren Einschätzungen.

Der Goldpreis gibt überraschend nach, obwohl geopolitische Spannungen im Nahen Osten eigentlich als Treiber für den sicheren Hafen gelten. TD Securities identifiziert drei Hauptfaktoren für diese ungewöhnliche Bewegung. Demnach preisen die Märkte bereits Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve ein – ein Muster, das historisch mit Kriegszeiten korreliert.
Zusätzlich werden geringere Goldkäufe durch Staaten des Nahen Ostens eingepreist. Besonders aufschlussreich ist ein weiterer Befund von TD Securities: Gold ist längst kein Nischen-Asset mehr. Laut einer Auswertung von 13F-Meldungen – den Pflichtmitteilungen institutioneller Investoren in den USA – hält mittlerweile eine große Mehrheit institutioneller Anleger Gold in ihren Portfolios.
Zwar nutzten Goldhändler Kursrückgänge beim Spot-Gold für Käufe, doch die Volumina blieben begrenzt. Eine klassische Flucht in sichere Häfen blieb damit aus – ein Signal, das Marktteilnehmer aufmerksam verfolgen sollten.
Bergbau- und Stahlwerte unter starkem Verkaufsdruck
Europäische Bergbau- und Stahlunternehmen verzeichnen deutliche Kursverluste. Analysten von J.P. Morgan warnen, dass der eskalierende Nahost-Konflikt die Wachstumsaussichten für Europa dämpft und die Zinsen weiter nach oben treiben könnte. Die Parallelen zur russischen Vollinvasion in der Ukraine im Jahr 2022 seien unübersehbar – damals brachen die Sektorwerte um rund 40 Prozent ein.
Die Kursbewegungen sprechen eine deutliche Sprache: ArcelorMittal verliert 6,45 Prozent, der Kupfer- und Eisenerzförderer Anglo American gibt 6,3 Prozent nach, und der österreichische Stahlkonzern Voestalpine bricht um 9 Prozent ein. J.P. Morgan betont, dass Metallpreise durch Wachstumsdämpfer überproportional belastet werden – ein Risiko, das sich in den aktuellen Aktienkursen noch nicht vollständig widerspiegele.
Amman Mineral: Produktionssprung erwartet
Positivere Nachrichten kommen aus Indonesien. Der Bergbaukonzern Amman Mineral Internasional tritt in die sogenannte Phase-8-Hochlaufphase seiner Mine Batu Hijau ein. Laut Maybank Sekuritas Indonesia könnte die Kupferproduktion dadurch um 113 Prozent und die Goldproduktion sogar um 543 Prozent steigen.
Das Unternehmen ist der zweitgrößte integrierte Kupfer- und Goldproduzent Indonesiens und stützt sich auf die Mine Batu Hijau sowie das Vorkommen Elang. Für 2025 prognostizieren die Analysten zwar noch einen Nettoverlust von 54 Millionen US-Dollar, doch bereits 2026 soll ein robuster Nettogewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar folgen. Maybank nimmt die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 11.000 IDR auf – die Aktie notiert derzeit 5,3 Prozent tiefer bei 5.800 IDR.
