Bergbauaktien brechen ein: Goldpreise auf längstem Verlustkurs seit 2023
Steigende Ölpreise und Zinssorgen belasten Edelmetalle massiv – Gold fällt sieben Tage in Folge.

Bergbauaktien haben am Donnerstag massive Verluste verbucht. Der Goldpreis fiel um rund 6 Prozent in Richtung 4.500 Dollar je Unze und markierte damit den siebten Verlusttag in Folge – die längste Negativserie seit 2023. Silber brach sogar um 13 Prozent ein, Aluminium verlor mehr als 8 Prozent.
Hintergrund der Verkaufswelle ist die wachsende Sorge, dass steigende Ölpreise die Inflationsrisiken erhöhen und damit Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve weiter verzögern könnten. Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, verliert an Attraktivität, wenn Zinssenkungen unwahrscheinlicher werden. Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten treibt die Energiepreise in die Höhe und verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
Die Fed hatte erst am Mittwoch die Zinsen unverändert gelassen und für das laufende Jahr lediglich eine einzige Senkung in Aussicht gestellt. Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich, dass selbst diese eine Senkung von einer nachlassenden Inflation abhänge.
Massive Verluste bei Minenkonzernen
Die Kursverluste bei Bergbauunternehmen fielen deutlich aus. AngloGold Ashanti verlor 13 Prozent, Hecla Mining gab 11 Prozent nach und Silvercorp Metals sank ebenfalls um 11 Prozent. Americas Gold and Silver, First Majestic Silver, Endeavour Silver sowie Coeur Mining verzeichneten jeweils Rückgänge von rund 10 Prozent.
Auch die Branchenriesen blieben nicht verschont: Newmont und Barrick Mining büßten jeweils 8 Prozent ein, Kinross Gold verlor 10 Prozent. Pan American Silver fiel um 8 Prozent, Fortuna Mining und Teck Resources gaben jeweils 9 Prozent nach. Der Kupferproduzent Freeport-McMoRan verlor 6 Prozent.
Analysten ziehen Parallelen zum Sommer 2022, als die russische Invasion in der Ukraine einen Energiepreisschock auslöste und Gold ebenfalls unter starken Druck geriet. Damals wie heute sorgte ein geopolitisch bedingter Ölpreisanstieg für Inflationsängste, die den vermeintlichen sicheren Hafen Gold belasteten statt stützten.
Die anhaltende Volatilität bei Edelmetallen hat inzwischen einige Anleger verunsichert, die Gold als Stabilitätsanker in ihrem Portfolio suchen. Für deutsche Privatanleger bedeutet die aktuelle Entwicklung, dass die erhoffte Zinswende der Zentralbanken weiter auf sich warten lassen dürfte – mit entsprechenden Folgen für zinslose Anlageklassen wie Gold und Silber.
