Enagas senkt Schulden und setzt auf Wasserstoff
Spanischer Gasnetzbetreiber plant Milliardeninvestitionen in grüne Energie und europäische Vernetzung

Der spanische Gasnetzbetreiber Enagas hat seine Nettoverschuldung um nahezu 1 Milliarde Euro reduziert, wie das Unternehmen bekanntgab. Dieser Schuldenabbau wurde durch den Verkauf von Enagas' 30,2%-Beteiligung an dem US-amerikanischen Energieinfrastrukturunternehmen Tallgrass Energy ermöglicht. Nach diesem Verkauf beläuft sich die Nettoverschuldung des Unternehmens nun auf etwa 2,4 Milliarden Euro, ein Niveau, das voraussichtlich bis 2026 gehalten werden soll. Dieser Schritt ist Teil der Bestrebungen von Enagas, sich auf Investitionen in den Wasserstoffsektor vorzubereiten.
Der Verkauf der US-amerikanischen Vermögenswerte ist nicht der einzige in diesem Jahr. Zuvor hat Enagas auch Vermögenswerte in Chile und Mexiko veräußert, um den Fokus stärker auf Spanien und Europa zu legen. Der spanische Gasbedarf ist in den letzten zwei Jahren zurückgegangen, weshalb das Unternehmen nun auf Diversifizierung setzt. Der Übergang von einem traditionellen Gasgeschäft hin zum Management eines Wasserstoffinfrastrukturnetzes ist ein wichtiger Bestandteil der neuen Strategie.
Enagas plant, im ersten Quartal des kommenden Jahres einen neuen strategischen Plan vorzustellen, der Investitionen in den Bereichen Ammoniak und CO2 umfassen soll. Der Vorstandsvorsitzende Arturo Gonzalo betonte, dass das Unternehmen durch die gestärkte Bilanz in der Lage sei, das Investitionsprogramm für Wasserstoff solide umzusetzen. Gonzalo erklärte auch, dass Enagas sowohl finanziell als auch technisch darauf vorbereitet sei, eine Schlüsselrolle im europäischen grünen Wasserstoffsektor zu übernehmen.
Die geplanten Investitionen umfassen fast 6 Milliarden Euro, darunter auch in den Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Spanien sowie in den trans-europäischen H2Med-Korridor, der die Wasserstoffnetze der iberischen Halbinsel mit Nordwesteuropa verbinden soll. Nettoinvestitionen von etwa 3,2 Milliarden Euro sind bis 2030 geplant, einschließlich staatlicher Subventionen. Um diesen Plan zu finanzieren, hat Enagas bereits seine Dividenden gekürzt.
Enagas, an dem der spanische Staat zu 5% beteiligt ist, wird am 7. November gemeinsam mit seinen Partnern ein Interessenbekundungsverfahren für den H2Med-Wasserstoffkorridor starten. Die Strategie des Unternehmens steht im Einklang mit dem Ziel der spanischen Regierung, Spanien zu einem europäischen Vorreiter im Bereich der grünen Energie zu machen.
