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Osttimor verhandelt mit China über Gasprojekt

Neue Partner gesucht: Streit mit Australien bremst Entwicklung des Greater Sunrise Feldes

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Osttimor verhandelt mit China über Gasprojekt

Osttimor hat Gespräche mit chinesischen Unternehmen, darunter dem staatlichen Konzern Sinopec, über die Entwicklung des festgefahrenen Gasprojekts Greater Sunrise geführt. Dies gab der Präsident des Landes, Jose Ramos-Horta, bekannt. Das Gasfeld, dessen Einnahmen im Jahr 2018 auf 65 Milliarden US-Dollar geschätzt wurden, ist entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung des südostasiatischen Landes, das als eines der ärmsten der Region gilt. Das Projekt steht jedoch seit Jahrzehnten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Australien, das Anteile an dem Feld besitzt, und dem Betreiber Woodside Energy, der die Entwicklung leiten sollte, still.

Ein zentraler Streitpunkt bestand in einem maritimen Grenzkonflikt, der im Jahr 2018 gelöst wurde. Der aktuelle Disput dreht sich um die Frage, ob das Gas nach Osttimor transportiert werden soll, um dort eine neue Anlage zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) zu errichten, oder ob es nach Darwin in Australien gepumpt werden soll, wo bereits eine LNG-Infrastruktur besteht. Ramos-Horta hatte in der Vergangenheit angedeutet, dass Osttimor neue Partner wie China ins Boot holen könnte, falls keine Einigung mit Australien erzielt wird. Diese Überlegungen rufen in Australien Sorgen hinsichtlich des wachsenden Einflusses Chinas in der Pazifikregion hervor.

Der Präsident erklärte gegenüber Reuters, dass sein Land bereits mit verschiedenen privaten und staatlichen chinesischen Unternehmen im Gespräch sei. Vertreter einiger dieser Firmen hätten Osttimor kürzlich im Rahmen einer chinesischen Wirtschaftsdelegation besucht. Auf die Frage, ob Sinopec zu den beteiligten Firmen zähle, bestätigte Ramos-Horta, dass der Konzern Kontakt aufgenommen habe. Sinopec selbst äußerte sich jedoch nicht zu den Anfragen.

In einer Rede in Canberra erklärte Ramos-Horta, dass Osttimor nach geeigneten Partnern suche. Falls Australien nicht an einer Zusammenarbeit interessiert sei, werde man mit den Chinesen oder den Kuwaitis verhandeln. Bereits im letzten Jahr haben Osttimor und China ihre bilateralen Beziehungen während eines Besuchs von Premierminister Xanana Gusmao in Peking gestärkt, bei dem er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammentraf. Beide Länder unterzeichneten eine Vereinbarung, die eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Landwirtschaft und Infrastrukturentwicklung vorsieht. Sie beinhaltet auch die Möglichkeit von chinesischen Regierungs- und Geschäftskrediten.

Die Entwicklung des Greater Sunrise Gasfeldes ist für Osttimor von entscheidender Bedeutung, da die Öl- und Gasvorkommen des Bayu Undan Feldes, die bisher die Hauptquelle der Staatseinnahmen waren, erschöpft sind und der Gasexport im vergangenen Jahr eingestellt wurde.

OsttimorChinaGasAustralienEnergie

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