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Gaspreise steigen trotz voller Gasspeicher weiter an

Geopolitische Risiken und LNG-Handel sorgen für Unsicherheit auf dem europäischen Gasmarkt

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Gaspreise steigen trotz voller Gasspeicher weiter an

In wenigen Wochen startet die Heizperiode in Europa, und damit wird die Nachfrage nach Gas steigen. Die Länder der EU sind auf mögliche Engpässe gut vorbereitet, da die Gasspeicher derzeit zu 93 Prozent gefüllt sind. Dennoch warnen Experten vor starken Preisschwankungen auf dem Gasmarkt. Dies liegt vor allem an geopolitischen Risiken, die die Preise empfindlich beeinflussen. Bereits jetzt ist der Terminkontrakt TTF, der für das europäische Preisniveau maßgeblich ist, auf fast 38 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Zu Beginn des Jahres lag dieser noch bei etwa 32 Euro, was einen Anstieg von 16 Prozent bedeutet.

Analysten prognostizieren für die kommende Heizsaison eine Preisspanne zwischen 35 und 40 Euro pro Megawattstunde. Laut Experten von UBS könnte der Preis im vierten Quartal sogar im niedrigen 40er-Bereich liegen. Dies ist auf eine Reihe geopolitischer Risiken zurückzuführen, die seit dem Krieg in der Ukraine den Gasmarkt destabilisieren. Selbst kleine Störungen in der Gasproduktion, die nicht direkt Europa betreffen, können große Auswirkungen haben. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Preisschwankungen ist der globale Handel mit Flüssigerdgas (LNG). Europa konkurriert zunehmend mit asiatischen Ländern um LNG-Lieferungen, was zu einer engeren Verzahnung der regionalen Gasmärkte führt.

Die steigende Nachfrage aus Asien, insbesondere aus China und Indien, hat den globalen Gasmarkt in der ersten Jahreshälfte weiter wachsen lassen. In Europa hingegen stagniert die Nachfrage, während die LNG-Volumina, die auf den Weltmeeren unterwegs sind, höher als üblich sind. Trotz eines stabilen Angebots könnten jedoch geplante Wartungsarbeiten in Norwegen, die die Gaslieferungen aus dem Land um etwa ein Drittel reduzieren, zu weiteren Preisschwankungen führen. Bereits im Juni führten unerwartete Produktionsausfälle in Norwegen zu einem Anstieg des Gaspreises um 13 Prozent innerhalb eines Tages.

Obwohl die EU nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs versucht hat, ihre Gasquellen zu diversifizieren, bleibt Russland ein wichtiger Lieferant. 2023 kamen immer noch 14 Prozent der Gasimporte aus Russland. Sollten die russischen Gaslieferungen durch die Ukraine unterbrochen werden, könnte dies besonders für Länder wie Österreich, die Slowakei und die Tschechische Republik einen schwierigen Winter bedeuten. Diese Länder haben zwar alternative Liefermöglichkeiten geschaffen, jedoch wären diese teurer. Auch Deutschland könnte indirekt betroffen sein, da die alternativen Gasrouten durch das Land verlaufen.

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