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Türkei prüft Offshore-Energieerkundungen vor Libyen

Ankara zeigt Interesse an weiteren Projekten und engerer Kooperation in der Region.

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Türkei prüft Offshore-Energieerkundungen vor Libyen

Die Türkei zeigt Interesse an einem Angebot Libyens zur Durchführung von Offshore-Energieerkundungen, wie der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar am Mittwoch bekanntgab. Libyen habe der Türkei vorgeschlagen, mit ihren seismischen Schiffen vor der Küste Libyens zu arbeiten. Bayraktar erklärte, dass die Türkei dieser Möglichkeit positiv gegenüberstehe und bereit sei, seismische Arbeiten in den libyschen Offshore-Gebieten durchzuführen. Dies teilte der Minister der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Bereits im Jahr 2020 hatte die Türkei militärische Unterstützung nach Libyen entsandt, um die Regierung in Tripolis gegen die Streitkräfte des östlichen Kommandeurs Khalifa Haftar zu unterstützen.

Im selben Jahr unterzeichneten die Türkei und Libyen ein Abkommen zur maritimen Grenzziehung, das von Ägypten und Griechenland heftig kritisiert wurde. Zwei Jahre später, im Jahr 2022, schlossen Ankara und Tripolis ein vorläufiges Abkommen über Energieerkundungen ab, das ebenfalls auf Widerstand aus Ägypten und Griechenland stieß. Diese Länder lehnen die türkischen Bestrebungen in der Region entschieden ab, insbesondere in Bezug auf die Frage der maritimen Zuständigkeiten im östlichen Mittelmeer. Die Türkei und Griechenland, beide NATO-Mitglieder, befinden sich seit Jahren in einem Streit über die Hoheitsrechte in den Gewässern des Mittelmeers, was die Beziehungen zwischen Ankara, Athen und der Europäischen Union belastete.

Dennoch haben sich die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland in den letzten Jahren abgeschwächt, und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich wieder verbessert. Neben dem Interesse an Offshore-Projekten in Libyen erklärte Bayraktar auch, dass die Türkei weitere Projekte in dem nordafrikanischen Land ins Auge fasse. Es sei jedoch entscheidend, das richtige Projekt und den passenden Partner zu finden, fügte er hinzu. Außerdem äußerte er, dass die Türkei sich für Gasfelder vor der Küste Ägyptens interessiere, einem Land, mit dem die Türkei kürzlich nach einem Jahrzehnt der Spannungen die Beziehungen wiederhergestellt hat.

Die beiden Länder arbeiten an einem gemeinsamen Projekt zur Gasbeschaffung, das den Einsatz von türkischen schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheiten (FSRU) vorsieht. Darüber hinaus erwähnte Bayraktar, dass die Türkei plane, ihr Erkundungsschiff Oruc Reis bis Oktober nach Somalia zu entsenden. Dort sollen seismische Arbeiten im Rahmen eines Abkommens zur Zusammenarbeit im Bereich Kohlenwasserstoffe durchgeführt werden. Diese Aktivitäten sind Teil der umfangreicheren türkischen Bemühungen, ihre Präsenz und Einfluss in der Region zu verstärken und sich Zugang zu weiteren Energiequellen zu sichern.

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