Dieselpreise steigen nach US-Angriffen auf Iran rekordverdächtig
Der größte wöchentliche Preisanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen 1994 belastet Handel und Logistik weltweit.

Der Dieselpreis in den USA hat in der Woche bis zum 9. März einen historischen Sprung vollzogen. Laut der US-Energieinformationsbehörde (EIA) stieg der durchschnittliche Preis an Tankstellen um 96 Cent auf 4,859 US-Dollar pro Gallone – das entspricht einem der größten prozentualen Wochenanstiege seit Beginn staatlicher Aufzeichnungen im Jahr 1994.
Avery Vise, Analyst für den Transportsektor beim Marktforschungsunternehmen FTR Transportation Intelligence, bezeichnet diesen Anstieg als beispiellos. Weder beim absoluten Preiszuwachs pro Gallone noch beim prozentualen Anstieg habe es in den vergangenen drei Jahrzehnten einen vergleichbaren Wochenwert gegeben. Als Hauptauslöser gelten die US-israelischen Angriffe auf den Iran, die die Energiemärkte in erhebliche Unruhe versetzt haben.
Folgen für Einzelhandel und Industrie
Für Einzelhändler und Hersteller kommt der Preisschock zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Viele Unternehmen kämpfen bereits mit den Auswirkungen neuer US-Zölle und müssen nun zusätzlich mit deutlich höheren Transportkosten kalkulieren. Diesel ist der wichtigste Kraftstoff für den Güterverkehr auf der Straße und damit ein zentraler Kostenfaktor in der gesamten Lieferkette.
Höhere Frachtkosten wirken sich erfahrungsgemäß zeitverzögert auf die Verbraucherpreise aus. Wenn Lkw-Spediteure mehr für Kraftstoff zahlen, geben sie diese Kosten in der Regel über Treibstoffzuschläge an ihre Auftraggeber weiter – also an Händler und Produzenten, die die Last letztlich an den Endkunden weitergeben.
Geopolitische Unsicherheit treibt Energiemärkte
Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark geopolitische Ereignisse die Energiepreise beeinflussen können. Der Nahe Osten bleibt eine Schlüsselregion für die globale Ölversorgung. Für deutsche Unternehmen mit Lieferketten in die USA oder mit US-Dollar-denominierten Frachtverträgen erhöht sich durch den Preisanstieg der Kostendruck zusätzlich. Analysten beobachten die weitere Entwicklung des Konflikts genau, da anhaltende Spannungen die Dieselpreise auf erhöhtem Niveau halten könnten.
