Chinas Aluminiumexporte bringen weltweiten Handel in Bedrängnis
Westliche Länder verschärfen Zölle und errichten Handelsbarrieren gegen Überproduktion

Chinas Aluminiumproduktion erreicht neue Rekordhöhen, da die heimischen Hütten im Juli 2024 mit einer Produktionsmenge von 3,690 Millionen Tonnen den bisherigen Spitzenwert übertreffen. Diese Steigerung entspricht einem Zuwachs von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr, so das Internationale Aluminiuminstitut. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 belief sich die Jahresproduktion auf 43,5 Millionen Tonnen, wobei das Produktionsvolumen die Obergrenze der staatlich festgelegten Kapazität von 45 Millionen Tonnen nahezu erreicht. Grund für die Produktionssteigerung sind vermehrte Niederschläge in der Provinz Yunnan, die es den Aluminiumhütten ermöglichten, zuvor stillgelegte Kapazitäten wieder in Betrieb zu nehmen.
Die inländische Nachfrage in China bleibt jedoch hinter der steigenden Produktion zurück. Zwar besteht weiterhin eine starke Nachfrage im Bereich der neuen Energien, etwa bei Solaranlagen und Elektrofahrzeugen, doch sowohl die Bauwirtschaft als auch der Industriesektor schwächeln, was zu einem wachsenden Überschuss führt. Dieser Überschuss wird zunehmend in Form von Halbzeugen, wie Platten, Stangen, Rohren und Folien, exportiert. Nachdem die Ausfuhren von Aluminium-Halbzeugen im vergangenen Jahr um 14,9 % zurückgegangen waren, stiegen sie im ersten Halbjahr 2024 um einen ähnlichen Wert auf nahezu 3 Millionen Tonnen. Im Juli wurden 566.400 Tonnen exportiert, was den höchsten monatlichen Wert seit Juli 2022 darstellt.
Die Vereinigten Staaten haben sich in den letzten Jahren gegen die steigenden chinesischen Aluminiumexporte gewehrt und zahlreiche Antidumping- sowie Ausgleichszölle verhängt. Bereits 2018 wurden durch die Anwendung der sogenannten Section 232 nationale Sicherheitszölle von 10 % auf Aluminiumimporte eingeführt. Dennoch blieb der Zufluss chinesischer Aluminiumprodukte in die USA unvermindert. Im Jahr 2023 exportierte China 210.000 Tonnen Aluminium in die USA, womit diese das sechstgrößte Zielland für chinesische Aluminiumexporte waren. Die Biden-Administration plant nun eine Erhöhung der Zölle auf 25 %, um die heimische Industrie besser vor den „unfairen“ Handelspraktiken Chinas zu schützen.
Auch andere Länder folgen dem Beispiel der USA, um sich gegen chinesische Importe abzusichern. Kanada wird ab Oktober 2024 einen zusätzlichen Zoll von 25 % auf chinesische Aluminium- und Stahlimporte erheben. Mexiko hingegen hat seine Pläne für eine ähnliche Maßnahme im Mai 2024 zurückgestellt, da die Regierung befürchtet, die heimischen Verbraucher zu stark zu belasten. Indiens Handelsministerium hat zudem eine Antidumping-Abgabe auf chinesische Aluminiumfolie empfohlen, nachdem der Marktanteil dieser Importe auf fast ein Drittel gestiegen war. Die Europäische Union hat ebenfalls bereits gezielte Maßnahmen gegen chinesische Aluminiumprodukte ergriffen.
