Vista Energy investiert massiv in Argentiniens Schieferproduktion
Investitionen von 1,1 Milliarden US-Dollar und Kostensenkungen sollen Produktion in Vaca Muerta steigern

Vista Energy plant in diesem Jahr Investitionen in Höhe von rund 1,1 Milliarden US-Dollar, um die Schieferproduktion in der Vaca Muerta-Formation in Argentinien zu steigern. Laut Miguel Galuccio, dem Gründer und CEO des Unternehmens, zielt Vista nicht nur darauf ab, die Produktion zu steigern, sondern auch die Förderkosten in der Region deutlich zu senken. Die Investitionen werden in die Erschließung neuer Bohrlöcher und den Ausbau der notwendigen Transportinfrastruktur fließen, um die erwartete Produktionssteigerung zu ermöglichen. Vaca Muerta ist derzeit das größte Schieferprojekt außerhalb der Vereinigten Staaten und gilt als Hauptprojekt von Vista.
Die Förderung aus der Vaca Muerta-Formation hat sich seit dem vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und erreichte im zweiten Quartal dieses Jahres 65.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd). Galuccio erwartet, dass diese rasante Wachstumsrate anhalten wird und die Produktion im vierten Quartal 2024 auf 85.000 boepd steigen könnte. Bis 2026 soll die Produktion dann 100.000 boepd erreichen und bis zum Ende des Jahrzehnts auf 150.000 boepd ansteigen. Diese Entwicklung ist von entscheidender Bedeutung, um Argentiniens langjähriges Energiedefizit zu überwinden und die teuren Energieimporte zu reduzieren.
Vista hat in diesem Jahr eine dritte Bohranlage in der Vaca Muerta-Formation in Betrieb genommen und plant, im vierten Quartal ein zweites Fracking-Team einzusetzen, um die Produktionssteigerung voranzutreiben. Fracking, ein gängiges Verfahren in der Öl- und Gasindustrie, ermöglicht die Förderung von Ressourcen aus dichtem Schiefergestein. Dabei werden unter hohem Druck Sand, Chemikalien und große Mengen Wasser in die Bohrlöcher eingebracht. Dieses Verfahren ist jedoch umstritten, da es als schädlich für Grundwasserleiter gilt und mit einem Anstieg von Erdbeben in Verbindung gebracht wird.
Die Förderkosten in Vaca Muerta sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Im zweiten Quartal lagen die Kosten bei 4,50 US-Dollar pro Barrel, und Galuccio erwartet, dass sie bis 2026 auf etwa 4 US-Dollar pro Barrel sinken werden, was nahe am technischen Minimum liegt. Als das Projekt 2012 begann, lagen die Kosten noch bei etwa 18 US-Dollar pro Barrel. Ein bedeutendes Hindernis für das weitere Wachstum ist laut Galuccio die unzureichende Pipeline-Kapazität, die jedoch durch geplante Erweiterungen der Pipeline-Netzwerke behoben werden soll.
