NNPC kämpft mit finanziellen Engpässen bei Benzinimporten
Schulden explodieren, Treibstoffknappheit und staatliche Subventionen belasten Nigerias Ölsektor

Die staatliche nigerianische Ölgesellschaft NNPC sieht sich derzeit mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert, die es dem Unternehmen erschweren, Benzin in das bevölkerungsreichste Land Afrikas zu importieren. Dies hat zu wochenlanger Kraftstoffknappheit an den Tankstellen des Unternehmens geführt. Diese Entwicklungen kommen kurz nachdem die Nigeria National Petroleum Company Limited (NNPC) im August Rekordgewinne für das Jahr 2023 verkündet hatte, jedoch zugleich warnte, dass sie die Deckungslücke bei den staatlichen Benzinimportkosten schließe.
Bereits im Juli berichtete Reuters, dass die Schulden der NNPC gegenüber Ölhandelspartnern die Marke von sechs Milliarden Dollar überschritten hatten, was einer Verdopplung seit April entspricht. Das Unternehmen hatte sich damals nicht zu den Berichten geäußert und die langen Warteschlangen an den Tankstellen auf betriebliche Störungen zurückgeführt. In einer Stellungnahme vom Sonntag erklärte der Sprecher der NNPC, Olufemi Soneye, dass die finanziellen Belastungen erheblichen Druck auf das Unternehmen ausüben und eine Bedrohung für die Nachhaltigkeit der Treibstoffversorgung darstellen.
Präsident Bola Tinubu hatte im vergangenen Jahr nach seinem Amtsantritt eine kostspielige, aber beliebte Benzinsubvention abgeschafft, um die Staatsausgaben zu senken. Allerdings führte er die Subvention teilweise wieder ein, nachdem die Inflation stark angestiegen war, was die ohnehin angespannte Lebenshaltungssituation weiter verschärfte und zu Unruhen in der Bevölkerung führte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass die Benzinsubventionen Nigeria in diesem Jahr bis zu drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten könnten, da die Benzinpreise an den Zapfsäulen nicht mit den gestiegenen Kosten auf dem Weltmarkt Schritt gehalten haben.
Es wird erwartet, dass das westafrikanische Land in diesem Jahr voraussichtlich 5,4 Billionen Naira (etwa 3,7 Milliarden US-Dollar) ausgeben wird, um die Benzinpreise stabil zu halten. Dies wäre eine Erhöhung um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023. Diese Kosten werden zum Teil durch Kredite gedeckt, um Lücken im Haushalt zu schließen. Die NNPC betonte in ihrer Erklärung, dass sie aktiv mit den zuständigen Regierungsbehörden und anderen Interessengruppen zusammenarbeitet, um eine gleichmäßige Versorgung mit Erdölprodukten im ganzen Land sicherzustellen.
