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Metallpreise stürzen ab: Chinas Nachfrage sinkt

Überangebot und schwacher Immobiliensektor verstärken den Preisverfall bei wichtigen Industriemetallen

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Metallpreise stürzen ab: Chinas Nachfrage sinkt

Die Preise für wichtige Industrie- und Batteriemetalle wie Kupfer, Nickel, Kobalt und Lithium sind in den letzten drei Monaten deutlich gesunken. Kupfer verlor rund fünf Prozent an Wert, Nickel etwa zehn Prozent, Kobalt mehr als 13 Prozent und Lithiumkarbonat, ein Vorprodukt für Batterien, erlebte einen drastischen Preisrückgang von bis zu 32 Prozent. Dieser Preisverfall steht in scharfem Kontrast zu der Aufwärtsbewegung dieser Metalle im Frühjahr, als Kupfer Ende Mai ein Allzeithoch von 11.105 US-Dollar pro Tonne erreichte.

Ein Hauptfaktor für den Preisrückgang ist die schwache Nachfrage aus China, das als weltweit größter Nachfrager für Industriemetalle gilt. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt verfehlte im zweiten Quartal mit einem Wachstum von 4,7 Prozent das Regierungsziel von fünf Prozent. Auch die Stimmung in der chinesischen Industrie bleibt gedämpft, was sich negativ auf die Preise auswirkt. Besonders der kriselnde Immobiliensektor in China belastet den Kupferpreis, da rund ein Viertel der chinesischen Kupfernachfrage auf diesen Bereich entfällt. Die Zahl der neu gestarteten Bauprojekte ist im Juli um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, und ein weiterer Rückgang wird für August erwartet.

Auch auf dem Kupfermarkt zeichnet sich ein Überangebot ab, wie Daten der International Copper Study Group zeigen. Die Kupferproduktion wuchs im ersten Halbjahr um 6,2 Prozent, während der Verbrauch nur halb so stark anstieg. Der Marktüberschuss betrug im ersten Halbjahr 365.000 Tonnen, im Vergleich zu lediglich 6000 Tonnen im Vorjahr. Trotz des derzeitigen Überangebots prognostizieren Analysten der UBS für die nächsten Jahre ein Defizit auf dem Kupfermarkt, was einen erneuten Preisanstieg zur Folge haben könnte.

Ähnlich sieht die Situation bei Nickel aus, wo die Lagerbestände an der Londoner Metallbörse steigen. Während die Nachfrage durch die Energiewende wächst, expandiert die Produktion in Indonesien, dem Land mit den weltweit größten Nickelvorkommen, rapide. Unterstützt von chinesischen Unternehmen, hat Indonesien seinen globalen Marktanteil an verarbeitetem Nickel auf über 50 Prozent erhöht.

Die Produktion von Kobalt, das für Batterien in Elektroautos benötigt wird, steigt ebenfalls, vor allem durch Investitionen Chinas in Minen in der Demokratischen Republik Kongo. Trotz der Produktionssteigerung sinkt die Nachfrage nach Kobalt, da Automobilhersteller vermehrt auf kobaltfreie Batterien umsteigen. Infolgedessen sind die Kobaltpreise auf ein fast achtjähriges Tief gefallen.

Auch auf dem Lithiummarkt herrscht ein Überangebot, bedingt durch hohe Lagerbestände und eine enttäuschende Nachfrage im Elektroautomarkt. Trotz des aktuellen Preisverfalls könnte sich das Angebot langfristig als knapp erweisen, da die Nachfrage bis 2040 erheblich steigen dürfte, insbesondere wenn die Klimaziele ernst genommen werden.

RohstoffeLithiumNickel Kobalt

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