USA erteilen Jones Act-Ausnahme für Kraftstoff- und Düngemittellieferungen
Washington reagiert auf steigende Energie- und Düngemittelpreise infolge des Iran-Konflikts mit einer Notfallregelung.

Die USA wollen bereits am Mittwoch eine Ausnahmeregelung vom sogenannten Jones Act erteilen. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Maßnahme soll die Versorgung mit Kraftstoff und Düngemitteln im Inland erleichtern.
Der Jones Act ist ein US-amerikanisches Schifffahrtsgesetz aus dem Jahr 1920, das vorschreibt, dass Güter zwischen US-amerikanischen Häfen ausschließlich auf Schiffen unter US-Flagge transportiert werden dürfen. Eine Ausnahmeregelung erlaubt es ausländischen Schiffen vorübergehend, diese Routen zu bedienen. Solche Ausnahmen werden in der Regel nur in Krisensituationen gewährt.
Hintergrund der Entscheidung sind stark gestiegene Energie- und Düngemittelpreise seit Beginn des Iran-Konflikts. Die Sorge vor kriegsbedingten Lieferausfällen treibt die Märkte um und belastet die Versorgungsketten. Brent-Rohöl hat zuletzt frühere Verluste wieder aufgeholt.
Globale Märkte unter Druck
Die geopolitischen Spannungen belasten nicht nur die Rohstoffmärkte. Die Schweizer Großbank UBS warnt, dass globale Aktienmärkte in einem Szenario eines langanhaltenden Konflikts um bis zu 30 Prozent fallen könnten. Auch der Goldpreis, traditionell ein sicherer Hafen, weitete zuletzt seine Verluste aus – belastet von wachsender Unsicherheit über die Zinsentwicklung vor der bevorstehenden Fed-Sitzung.
Für deutsche Anleger ist die Situation besonders relevant, da steigende Energie- und Düngemittelpreise die Inflation befeuern und Unternehmen aus dem Agrar- und Industriesektor belasten können. Gleichzeitig profitieren einzelne Titel: Ein KI-gestützter Energieinfrastruktur-Wert verzeichnete zuletzt ein Plus von über 31 Prozent und gilt als Gewinner des aktuellen Marktumfelds.
Die Jones Act-Ausnahme ist ein klares Signal, dass Washington die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts ernst nimmt und kurzfristig gegensteuern will. Ob die Maßnahme ausreicht, um den Preisdruck zu dämpfen, bleibt abzuwarten.
