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US-LNG-Exporte unter Druck durch Preissenkungen

Sinkende Nachfrage in Europa und Asien bietet Konkurrenz aus Katar und Australien Chancen

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US-LNG-Exporte unter Druck durch Preissenkungen

Die Vereinigten Staaten haben sich im Jahr 2024 als weltweit größter Exporteur von Flüssigerdgas (LNG) behauptet. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden rekordverdächtige 56,9 Millionen Tonnen LNG verschifft, womit die USA ihre Konkurrenten Australien und Katar übertrafen. Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem die USA diese Spitzenposition einnehmen. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen steht der US-amerikanische LNG-Export jedoch unter Druck. Die durchschnittlichen Exportpreise sind im ersten Halbjahr 2024 um mehr als 25 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was zu einem deutlichen Rückgang der Einnahmen führte. Die Gesamteinnahmen fielen auf 13,2 Milliarden Dollar, was 4 Milliarden Dollar weniger als im gleichen Zeitraum 2023 und der niedrigste Stand seit 2021 ist.

Zusätzlich zu den sinkenden Einnahmen haben sich die Exportvolumina deutlich verschoben. Während die Lieferungen nach Europa um mehr als 20 % zurückgingen, stiegen die Exporte nach Asien um über 40 %. Dies stellt für die US-Exporteure eine Herausforderung dar, da asiatische Märkte oft von näher gelegenen Lieferanten wie Katar und Australien günstiger bedient werden können. Dies könnte langfristig die Bereitschaft der US-Exporteure, ihre Spitzenposition zu halten, auf die Probe stellen, insbesondere angesichts der längeren Lieferzeiten nach Asien, die die Einnahmen weiter belasten könnten.

Der Anstieg der LNG-Nachfrage in Europa war maßgeblich durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 bedingt, was zu einer Störung der Pipelinegaslieferungen nach Europa führte. Zwischen 2018 und 2021 exportierten die USA durchschnittlich 15 Millionen Tonnen LNG pro Jahr nach Europa. Doch als Europas Energieversorger versuchten, den Ausfall des russischen Gases zu kompensieren, stiegen die Exporte auf etwa 55 Millionen Tonnen jährlich in den Jahren 2022 und 2023. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Anteil Europas an den US-amerikanischen LNG-Exporten auf fast 70 % stieg.

Im Jahr 2024 hat sich die Lage jedoch verändert. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sanken die Lieferungen nach Europa um 22 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein wesentlicher Faktor für diesen Rückgang ist der Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Europa. Der Anteil von Solar- und Windenergie an der Stromerzeugung stieg von etwa 16,4 % im Jahr 2022 auf 20,5 % im Jahr 2024, während der Anteil der fossilen Brennstoffe sank. Insbesondere die kohlebefeuerte Stromerzeugung wurde reduziert, aber auch der Anteil der Stromerzeugung aus Erdgas ging von etwa 26 % im Jahr 2022 auf 22 % im Jahr 2024 zurück.

Diese geringere Abhängigkeit Europas von Erdgas ist eine schlechte Nachricht für die US-amerikanischen LNG-Exporteure, die nun verstärkt nach Märkten in Asien schauen. Dennoch haben Konkurrenten wie Katar und Australien aufgrund kürzerer Lieferwege und günstigerer Produktionskosten einen Vorteil in dieser Region.

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