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Gaspreise beeinflussen Eurozonen-Inflation erheblich

Energiepreise steigen, beeinflussen stark deutsche, spanische und italienische Wirtschaft

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Gaspreise beeinflussen Eurozonen-Inflation erheblich

Die Preise für Erdgas haben zunehmend Einfluss auf die Inflation in der Eurozone, wenngleich sie nicht so stark ins Gewicht fallen wie die Schwankungen der Ölpreise. Dies geht aus einer neuen Untersuchung der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Zu Beginn des russischen Krieges in der Ukraine Anfang 2022 stiegen die Erdgaspreise stark an, was die Inflation in der Eurozone bis zum Herbst desselben Jahres in den zweistelligen Bereich trieb und die EZB zu ihrem bisher steilsten Zinserhöhungszyklus veranlasste.

In der Vergangenheit waren die Gaspreise an die Ölpreise gekoppelt, aber diese Bindung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten gelöst, da die Märkte liberalisiert wurden und Erdgas nun eine eigenständige Rolle spielt. Laut den Autoren der Studie, Ökonomen der Banco de España und der EZB, haben Gaspreisschocks im Vergleich zu Ölpreisschocks etwa ein Drittel weniger Einfluss auf die Gesamtinflation. Gas sei wichtiger für die Produktionsseite als für den Warenkorb der Konsumenten, sodass indirekte Effekte dominieren.

Die Studie besagt, dass ein Anstieg des Gaspreises um 10% zu einem Durchschlagseffekt von etwa 0,1 Prozentpunkten führt, mit einem anhaltenden inflationären Effekt, der über ein Jahr hinausgeht. Berücksichtigt man, dass der Anstieg der Gaspreise zwischen Anfang 2022 und dem Höchststand im August 2022 nahe 200% lag, würde dies zu einem Anstieg der Inflation um etwa 2 Prozentpunkte führen. Seitdem sind die Gaspreise gesunken, und die Energiepreise haben in diesem Jahr größtenteils einen Abwärtsdruck auf die Inflation ausgeübt, wobei die Erdgaspreise innerhalb einer relativ engen Bandbreite um ihre Mitte 2021 erreichten Werte schwanken.

Unerwartete Gaspreisschocks haben laut den Forschern einen größeren inflationären Einfluss auf Länder, die tendenziell stärker auf Gas in der Produktion oder Stromerzeugung angewiesen sind. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass unerwartete Gaspreisschwankungen für die Inflation in Deutschland, Spanien und Italien mehr Bedeutung haben als für die französische Inflation“, heißt es in der Studie.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen die zunehmende Bedeutung der Gaspreise für die wirtschaftliche Entwicklung und Inflationssteuerung in der Eurozone. Während die Erdgaspreise derzeit innerhalb eines stabilen Bereichs bleiben, bleibt ihre potenzielle Volatilität ein Risiko für die Preisstabilität in der Region.

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