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Erdgasförderung vor Borkum genehmigt

Umweltbedenken und rechtliche Hürden trotz erteilter Genehmigung weiter ungelöst

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Erdgasförderung vor Borkum genehmigt

Die Genehmigung zur Erdgasförderung in der Nordsee vor der Insel Borkum ist nach jahrelangen Diskussionen erteilt worden. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover hat dem niederländischen Energiekonzern One-Dyas eine auf 18 Jahre befristete Erlaubnis für Bohrungen erteilt. Diese Bohrungen sollen unter dem Meeresboden in deutsches Gebiet reichen und werden als weniger klimaschädlich als importiertes Erdgas betrachtet, solange Erdgas in Deutschland noch als Energieträger benötigt wird. Die Genehmigung enthält eine Klausel, die ein vorzeitiges Ende der Förderung ermöglicht, wenn die Wärmewende erreicht ist und kein Erdgas mehr benötigt wird.

One-Dyas plant, noch in diesem Jahr mit der Erdgasförderung aus einem Feld vor den Inseln Borkum und Schiermonnikoog zu beginnen. Die Installation der Förderplattform sollte bereits Anfang August starten, und eine mobile Bohrplattform soll vorübergehend eingesetzt werden. Zur Anbindung der Förderplattform ist im Herbst die Verlegung einer etwa 15 Kilometer langen Gaspipeline und eines rund acht Kilometer langen Stromkabels unter Wasser geplant. Die geplanten Bohrungen sollen in einer Tiefe von 1,5 bis 3,5 Kilometern erfolgen.

Ob es tatsächlich zu Bohrungen nahe dem niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer kommt, ist noch unklar. Es bedarf eines völkerrechtlichen Abkommens mit den Niederlanden, da das Gas sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten gefördert werden soll. Die Gespräche dazu laufen seit 2022, ein Abschlussdatum ist jedoch nicht bekannt. Zudem wird erwartet, dass gegen den Planfeststellungsbeschluss in Deutschland gerichtlich vorgegangen wird. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bereits im Vorfeld angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, sollte das Vorhaben genehmigt werden.

Die Bedeutung der geplanten Erdgasförderung für die deutsche Versorgung ist eher gering. Die erwartete förderbare Menge beläuft sich auf 4,5 bis 13 Milliarden Kubikmeter, was im Vergleich zum deutschen Jahresverbrauch von rund 81 Milliarden Kubikmetern wenig ist. Dennoch wäre der Standort im Vergleich zur bisherigen deutschen Gasförderung von Bedeutung, da im letzten Jahr bundesweit nur rund 4,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert wurden, der Großteil davon in Niedersachsen.

Das Projekt stößt auf erheblichen Widerstand von Umweltschutzverbänden und der Bevölkerung auf den Inseln in Deutschland und den Niederlanden. Sie befürchten Umweltschäden für das Wattenmeer und die Inseln und sehen das Vorhaben als unvereinbar mit den Klimazielen. Auch die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat vor wenigen Tagen auf Borkum und vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover gegen die geplante Gasförderung protestiert. Das Bundesumweltministerium äußerte sich kritisch und sieht die Genehmigung in Bezug auf den Meeresschutz mit Sorge.

ErdgasDeutschlandNiederlande

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