Qatar liefert LNG für Kuwaits Energiebedarf
Neues 15-Jahres-Abkommen soll Stromversorgung in heißen Sommermonaten sichern

Qatar und Kuwait haben ein weiteres langfristiges Abkommen über die Lieferung von verflüssigtem Erdgas (LNG) abgeschlossen. Das am Montag unterzeichnete Abkommen sieht vor, dass Katar Kuwait über einen Zeitraum von 15 Jahren jährlich 3 Millionen Tonnen LNG liefern wird. Dies ist bereits das zweite Abkommen dieser Art seit 2020, da Kuwait zunehmend auf den Import von Gas angewiesen ist, um die steigende Nachfrage nach Energie zu decken. Die Vereinbarung wurde von den Geschäftsführern der staatlichen Unternehmen QatarEnergy und Kuwait Petroleum Corporation (KPC) in Kuwait unterzeichnet, wobei die Lieferungen im Januar 2025 beginnen sollen, wie KPC-CEO Sheikh Nawaf al-Sabah mitteilte.
Die Gespräche über dieses Abkommen zwischen QatarEnergy und KPC wurden bereits in der letzten Woche bekannt, als Reuters berichtete, dass sich beide Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen befanden. Kuwait, Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und bedeutender Ölproduzent, hat in den letzten Jahren seine Abhängigkeit von importiertem Gas verstärkt, um den steigenden Energiebedarf zu decken, insbesondere während der Sommermonate, wenn der Energieverbrauch durch Klimaanlagen stark ansteigt. KPC verfolgt zudem eine Strategie zur Erhöhung der eigenen Gasproduktion, um auch die Ölproduktion weiter auszubauen.
Trotz dieser Bemühungen kam es in der vergangenen Woche in Kuwait zu einer zweiten Runde geplanter Stromausfälle in diesem Sommer, verursacht durch einen Mangel an lokalem Gas. Dies geschah, obwohl die Behörden nach den ersten Ausfällen im Juni versichert hatten, dass keine weiteren Stromunterbrechungen zu erwarten seien. Die Sommerhitze in Kuwait mit Temperaturen, die regelmäßig über 50 Grad Celsius steigen, verschärft die Lage zusätzlich.
Sheikh Nawaf erklärte, dass das neue Abkommen eine entscheidende Rolle bei der Stromerzeugung in Kuwait spielen werde. Er lehnte es jedoch ab, den Wert des Deals offenzulegen und verwies auf die Vertraulichkeit der Vereinbarung. Katar kündigte in diesem Jahr eine weitere Expansion seines North Field-Projekts an, das die Position des Landes als einen der weltweit führenden LNG-Exporteure weiter festigen wird. Durch das Projekt soll die LNG-Produktion des North Field bis 2030 auf 142 Millionen Tonnen pro Jahr erhöht werden, verglichen mit den derzeitigen 77 Millionen Tonnen.
Das LNG, das im Rahmen des neuen Abkommens nach Kuwait geliefert wird, könnte teilweise aus der Erweiterung des North Field-Projekts und teilweise aus der bestehenden Produktion Katars stammen, erklärte QatarEnergy-CEO Saad al-Kaabi, der zugleich Energieminister Katars ist. Die Lieferungen werden an den Al Zour-Hafen in Kuwait gehen. Bereits im Jahr 2020 hatten Kuwait und Katar ein ähnliches 15-jähriges Abkommen über die Lieferung von 3 Millionen Tonnen LNG pro Jahr ab 2022 vereinbart, das nun mit dem neuen Abkommen überschneidet.
