Trump prüft Maßnahmen gegen Ölpreise über 100 Dollar
US-Präsident Trump will heute Optionen gegen explodierende Ölpreise infolge des Iran-Krieges prüfen.

US-Präsident Donald Trump plant noch heute, konkrete Maßnahmen gegen den drastischen Anstieg der Ölpreise zu prüfen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, sind die Rohölpreise infolge des Iran-Krieges auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Kurzzeitig erreichten sie sogar 119 Dollar – ein Niveau, das zuletzt Mitte 2022 verzeichnet wurde.
Im Weißen Haus wächst die Sorge, dass höhere Energiepreise US-Unternehmen und Verbraucher belasten könnten. Besonders brisant ist die Lage vor dem Hintergrund der Zwischenwahlen im November, bei denen Trumps Republikanische Partei die Kontrolle über den Kongress verteidigen will. Hohe Spritpreise gelten in den USA traditionell als politisch gefährlich für die Regierungspartei.
Mehrere Optionen auf dem Tisch
US-Beamte haben bereits Gespräche mit Vertretern der G7-Staaten über eine mögliche gemeinsame Freigabe von Rohöl aus strategischen Reserven geführt. Eine koordinierte Aktion der führenden Industrienationen würde kurzfristig zusätzliches Angebot auf den Markt bringen und so den Preisdruck dämpfen.
Darüber hinaus werden laut den anonymen Quellen weitere Maßnahmen geprüft:
- Beschränkung von US-Rohölexporten
- Interventionen an den Ölfutures-Märkten
- Verzicht auf bestimmte Bundessteuern auf Kraftstoffe
- Aufhebung von Anforderungen des Jones Act
Der Jones Act schreibt vor, dass der inländische Gütertransport auf dem Seeweg ausschließlich auf Schiffen unter US-Flagge erfolgen darf. Eine Aussetzung dieser Regelung würde den Kraftstofftransport innerhalb der USA flexibilisieren und Engpässe in bestimmten Regionen abmildern.
Bedeutung für Anleger und Märkte
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da steigende Ölpreise globale Auswirkungen auf Inflation, Unternehmensgewinne und Aktienmärkte haben. Energieintensive Branchen wie Chemie, Luftfahrt und Logistik stehen unter besonderem Druck. Gleichzeitig profitieren Energiekonzerne und Rohstoffproduzenten von den hohen Preisen.
Ob und welche Maßnahmen die Trump-Administration letztlich umsetzt, bleibt abzuwarten. Allein die Ankündigung möglicher Eingriffe kann kurzfristig dämpfend auf die Ölpreise wirken – ein Effekt, den Washington möglicherweise bewusst einkalkuliert.
