HSBC hebt Brent-Ölpreis-Prognose 2026 auf 80 Dollar an
Die Großbank reagiert auf den Ölpreisschock durch die Sperrung der Straße von Hormus und massive Marktturbulenzen.
Die britische Großbank HSBC hat ihre Prognose für den durchschnittlichen Brent-Rohölpreis im Jahr 2026 deutlich nach oben korrigiert. Analysten hoben die Erwartung um 15 Dollar auf 80 Dollar pro Barrel an. Für die US-amerikanische Referenzsorte WTI wurde die Prognose um 14 Dollar auf 76 Dollar je Barrel erhöht.
Auslöser der Prognoseanhebung ist der dramatische Preisanstieg infolge des Konflikts unter Beteiligung des Irans. Brent-Öl verteuerte sich seit Kriegsbeginn in der vergangenen Woche um mehr als 27 Prozent, WTI legte sogar rund 33 Prozent zu. Beide Sorten durchbrachen am Montag kurzzeitig die Marke von 119 Dollar – der höchste Stand seit Mitte 2022.
Zum Zeitpunkt der HSBC-Meldung gaben die Preise jedoch deutlich nach: Brent fiel um rund 7 Prozent auf 91,99 Dollar, WTI verbilligte sich um 6,2 Prozent auf 88,89 Dollar je Barrel.
Straße von Hormus als entscheidender Faktor
Der zentrale Auslöser des Preisschocks ist die Schließung der Straße von Hormus. Durch dieses strategische Nadelöhr zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Die Sperrung hat den Schiffsverkehr in der gesamten Region nahezu zum Erliegen gebracht.
Die wichtigsten OPEC-Produzenten in der Region – Saudi-Arabien, der Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate – mussten ihre Lieferungen infolgedessen drosseln. Das Angebotsvakuum treibt die Notierungen an den globalen Rohstoffmärkten weiter nach oben und zwingt Analysten wie jene der HSBC zu einer Neubewertung ihrer mittelfristigen Preisziele.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist die Entwicklung besonders relevant, da höhere Rohölpreise sich direkt auf Kraftstoff- und Energiekosten auswirken. Anleger, die in Energietitel oder Rohstoff-ETFs investiert sind, sollten die weitere Entwicklung an der Straße von Hormus genau im Blick behalten.
