Goldman Sachs: Rohöl ohne Iran-Schock bei 60 Dollar fair bewertet
Ein Goldman-Sachs-Stratege beziffert den fairen Wert von Rohöl ohne geopolitische Störungen auf den niedrigen 60-Dollar-Bereich.

Der faire Wert von Rohöl läge ohne den aktuellen Iran-bedingten Angebotschock wahrscheinlich im niedrigen 60-Dollar-Bereich pro Barrel. Das schätzt ein Stratege von Goldman Sachs in einer aktuellen Einschätzung. Die Analyse zeigt, wie stark geopolitische Faktoren derzeit die Ölpreise beeinflussen.
Goldman Sachs berechnet den fairen Wert auf Basis der kumulativen Auswirkungen auf die Rohölproduktion im Persischen Golf sowie auf die kommerziellen Ölvorräte. Dabei berücksichtigen die Analysten mögliche politische Reaktionen der Förderländer und internationalen Akteure. Als Referenzwert dient der Brent-Rohölpreis, der als globaler Benchmark gilt.
Straße von Hormus als entscheidender Risikofaktor
Besonders deutlich warnt Goldman Sachs vor möglichen Störungen in der Straße von Hormus. Durch diese strategisch wichtige Meerenge im Persischen Golf fließt rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Eine Blockade oder Einschränkung der Schifffahrtsroute könnte die Preise je nach Dauer der Beeinträchtigung erheblich nach oben treiben.
Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung der Rohölpreise von unmittelbarer Bedeutung. Höhere Ölpreise schlagen sich in der Regel zeitnah in den Kraftstoffpreisen und den Energiekosten nieder. Zudem beeinflusst der Ölpreis die Inflationsentwicklung und damit die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Die Einschätzung von Goldman Sachs verdeutlicht das Ausmaß der aktuellen geopolitischen Risikoprämie im Ölmarkt. Ohne die Iran-Krise würden fundamentale Faktoren wie Angebot und Nachfrage deutlich niedrigere Preise rechtfertigen. Anleger sollten die Entwicklungen rund um den Persischen Golf daher weiterhin aufmerksam verfolgen.
