ANZEIGE

Thyssen-Krupp senkt Prognosen erneut drastisch

Umsatzrückgang und bevorstehende Kürzungen setzen den Konzern unter Druck

2 Min
Thyssen-Krupp senkt Prognosen erneut drastisch

Thyssen-Krupp hat erneut seine Prognosen nach unten korrigiert und erwartet für das Geschäftsjahr 2023/24 einen deutlichen Umsatzrückgang. Der Essener Mischkonzern rechnet nun mit einem Rückgang von sechs bis acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Anpassung folgt auf eine bereits im Mai vorgenommene Senkung der Erwartungen. Zusätzlich wurden die Prognosen für den bereinigten operativen Ertrag und den Free Cashflow vor M&A nach unten korrigiert. Die Aktien des Konzerns brachen nach dieser Ankündigung am Freitagmorgen um bis zu 9,4 Prozent ein und erreichten den tiefsten Stand seit März 2020.

Für Thyssen-Krupp kommt diese Entwicklung zur Unzeit, da bei der Stahlsparte des Konzerns Kürzungen bei Personal und Produktion bevorstehen. Der Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft wird Anfang August über entsprechende Pläne beraten. Stahlchef Bernhard Osburg arbeitet derzeit an einem neuen Businessplan für die Sparte, die rund 27.000 Mitarbeiter beschäftigt und über Produktionskapazitäten von etwa 11,5 Millionen Tonnen pro Jahr verfügt. Der tatsächliche Absatz lag zuletzt jedoch bei nur 9,5 Millionen Tonnen. Konzernchef Miguel Lopez plant, das Stahlgeschäft in ein Joint Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky zu überführen.

Die Stahlkonjunktur zeigt sich momentan alles andere als stabil. Konkurrent Salzgitter hatte ebenfalls Rückgänge bei Umsatz und Gewinn zu verzeichnen. Der Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl berichtete zuletzt von fehlenden Nachfrageimpulsen der wichtigen stahlverarbeitenden Branchen. Thyssen-Krupp verwies in seiner Mitteilung auf ein „anhaltend herausforderndes Marktumfeld“, das zu einem deutlichen Umsatzrückgang führe. Eine kurzfristige Marktstabilisierung sei derzeit nicht absehbar, so das Unternehmen. Effizienzsteigerungsprogramme könnten die negative Entwicklung nicht vollständig auffangen. Der Konzern geht nun von einem bereinigten Gewinn (Ebit) oberhalb von 500 Millionen Euro aus, nachdem zuvor ein hoher dreistelliger Millionen-Euro-Betrag erwartet worden war.

Auch der Free Cashflow vor M&A wurde nach unten korrigiert und soll nun im Bereich um minus 100 Millionen Euro liegen, statt des zuvor prognostizierten positiven Werts im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im dritten Geschäftsquartal belief sich der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf rund neun Milliarden Euro, das Ebit auf rund 150 Millionen Euro und der Cashflow vor M&A auf minus 250 Millionen Euro. Die vollständigen Zahlen will der Konzern am 14. August vorlegen.

Thyssen-Krupp steht somit vor großen Herausforderungen, die durch die schwache Stahlkonjunktur und das schwierige Marktumfeld noch verschärft werden. Die bevorstehenden Kürzungen und die geplanten Veränderungen im Stahlgeschäft sind Teil der Bemühungen, den Konzern wieder auf Kurs zu bringen und langfristig zu stabilisieren.

ThyssenkruppStahlGewinneinbruch

Meistgelesene News

  1. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  2. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  3. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  4. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote
  5. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf

Disclaimer