Norsk Hydro verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang
Überproduktion und nachlassende Nachfrage belasten den Aluminiumproduzenten erheblich

Der Aluminiumproduzent Norsk Hydro (NHY.OL) verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang des Kerngewinns um 18% auf 5,84 Milliarden norwegische Kronen (533 Millionen Dollar), was auf geringere Volumina zurückzuführen ist. Die bereinigten Gewinne vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) des Unternehmens für das Quartal bis zum 30. Juni lagen unter dem durchschnittlichen Analystenprognose von 6,15 Milliarden Kronen. Infolgedessen fielen die Aktien von Norsk Hydro um 5,4% bis 0716 GMT.
Das norwegische Unternehmen berichtete, dass seine Bauxit- und Aluminiumsparte aufgrund höherer Aluminiumoxidpreise und Verkaufsvolumen stärkere Ergebnisse erzielte, während das Energie-Segment einen Rückgang der Einnahmen aufgrund reduzierter Produktion und niedrigerer Preise verzeichnete. Die Aluminiumpreise sind in diesem Jahr gesunken, da China seine Produktion auf ein nahezu zehnjähriges Hoch gesteigert hat. Dennoch wird erwartet, dass eine geringere Inflation und bessere Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum den europäischen Produzenten zugutekommen.
Norsk Hydro kämpfte mit einer abgeschwächten Nachfrage im europäischen Wohnungsbau, einem Mangel an Aluminiumschrott und einem Rückgang der Automobil-Extrusion im Zusammenhang mit der Produktion von Elektrofahrzeugen (EV). Das Ende der EV-Subventionen in Deutschland im Rahmen eines Last-Minute-Haushaltsabkommens für 2024 führte zu einem Rückgang der europäischen Aluminiumvolumen des Unternehmens.
Der kürzlich ernannte CEO Eivind Kallevik erklärte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen die Herausforderungen eines schwachen nachgelagerten Marktes durch Kosteneinsparungsmaßnahmen und die Aufrechterhaltung der Extrusionsmargen bewältige. Die Aluminiumpreise sind in den letzten Jahren aufgrund der nachlassenden Nachfrage gefallen, nachdem sie 2021 und Anfang 2022 auf etwa 3.500 Dollar pro Tonne gestiegen waren, als sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erholte.
Analysten von JP Morgan wiesen auf das Q2-Defizit von Norsk Hydro hin und erwarten ein langsameres Q3 aufgrund fallender Aluminiumpreise und einer reduzierten Nachfrage im Extrusionssegment. Der Wechselkurs lag bei 1 Dollar zu 10,9549 norwegischen Kronen.
Norsk Hydro steht vor erheblichen Herausforderungen in einem Marktumfeld, das durch Überproduktion und nachlassende Nachfrage gekennzeichnet ist. Die strategischen Maßnahmen des Unternehmens zielen darauf ab, die Auswirkungen dieser schwierigen Marktbedingungen abzumildern und langfristige Stabilität zu gewährleisten.
