EU verhängt Zölle auf chinesischen Biodiesel
Unfaire Preise und Auswirkungen auf europäische Produzenten im Fokus

Die Europäische Union wird vorläufige Zölle auf chinesischen Biodiesel verhängen, nachdem festgestellt wurde, dass dieser zu unfair niedrigen Preisen auf den EU-Märkten verkauft wird. Dies ist der jüngste Fall in einer Reihe von Handelsstreitigkeiten mit China. Die Europäische Kommission, die die Handelspolitik der EU überwacht, hat vorgeschlagen, vorläufige Zölle zwischen 12,8% und 36,4% festzusetzen, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Dokument hervorgeht. Die Zölle sollen Mitte August in Kraft treten.
Die Untersuchung soll bis Februar fortgesetzt werden, wenn endgültige Zölle für fünf Jahre festgelegt werden könnten. Die EU hat bereits vorläufige Zölle für in China hergestellte Elektrofahrzeuge verhängt, weil sie diese als unfair subventioniert ansieht. Im Fall von Biodiesel sind vorläufige Zölle von 12,8% für Produkte der EcoCeres Group, 36,4% für Produkte der Jiaao Group, einschließlich Zhejiang Jiaao Enproenergy Co, und 25,4% für Exporte der Zhuoyue Group, einschließlich Longyan Zhuoyue New Energy Co, vorgeschlagen.
Der Europäische Biodieselverband (EBB), der die Beschwerde eingereicht hat, erklärte Anfang des Monats, dass eine Flut von Biodiesel aus China eine verheerende Wirkung auf die Produktion in der EU habe. Chevron Renewable Energy Group hatte deutsche Arbeiter beurlaubt, Shell hatte den Bau einer Anlage in den Niederlanden pausiert, BP pausierte ein Projekt in Deutschland und Argent Energy hatte eine Bioraffinerie geschlossen, so der EBB.
"Obwohl chinesische Importe nicht der einzige Grund für diese Entscheidungen sind, hat das Biodiesel-Dumping zu den Schwierigkeiten der Produzenten beigetragen", sagte der Verband. Chinesische Unternehmen exportierten 2023 1,8 Millionen Tonnen Biodiesel in die Europäische Union, was 90% aller chinesischen Biodiesel-Exporte ausmachte. Die European Waste-based and Advanced Biofuels Association begrüßte die Maßnahmen und fügte hinzu, dass sie glaubt, dass sie zu einer Normalisierung der Marktbedingungen führen würden, die sich seit Ende 2022 in einer "extrem nachteiligen" Lage befänden.
