Prognose: Ölmarkt bleibt 2025 gut versorgt
IEA erwartet Überschuss trotz steigender Nachfrage und OPEC+-Förderkürzungen

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert für das Jahr 2025 einen entspannten Ölmarkt, trotz einer leicht erhöhten Nachfrageprognose. Dies teilte die IEA am Donnerstag in ihrem monatlichen Ölmarktbericht mit. Die Organisation erwartet, dass das Angebot die Nachfrage übersteigen wird, obwohl die OPEC+ Allianz, bestehend aus den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder und ihren Verbündeten wie Russland, die Förderungseinschränkungen fortgesetzt hat.
Die IEA hob ihre Prognose für das globale Nachfragewachstum im Jahr 2025 auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag (bpd) an, verglichen mit 990.000 bpd im Vormonat. Dieser Anstieg sei größtenteils auf Konjunkturmaßnahmen Chinas zurückzuführen, heißt es im Bericht. Gleichzeitig erwartet die IEA, dass Länder außerhalb der OPEC+, darunter die USA, Kanada, Guyana, Brasilien und Argentinien, ihre Fördermengen im nächsten Jahr um etwa 1,5 Millionen bpd erhöhen werden, was über dem prognostizierten Nachfragewachstum liegt.
Für das Jahr 2024 senkte die IEA jedoch ihre Prognose für das globale Nachfragewachstum um 80.000 bpd auf 840.000 bpd. Grund hierfür sei unter anderem eine schwächere Nachfrage aus China, die durch wirtschaftliche Herausforderungen und einen verstärkten Übergang zu Elektrofahrzeugen beeinflusst wird. Die OPEC selbst reduzierte ebenfalls ihre Wachstumsprognosen, bleibt jedoch optimistischer als die IEA und erwartet für 2024 ein Wachstum von 1,45 Millionen bpd.
Die Marktlage könnte OPEC+ vor Herausforderungen stellen, insbesondere angesichts eines erwarteten Angebotsüberschusses von 950.000 bpd im kommenden Jahr, der fast 1 % des weltweiten Angebots ausmacht. Sollte die OPEC ihre geplanten Produktionssteigerungen ab März 2025 umsetzen, könnte dieses Überangebot laut IEA auf bis zu 1,4 Millionen bpd steigen. Die OPEC+ hatte kürzlich die Umsetzung von Produktionssteigerungen um drei Monate verschoben und die vollständige Aufhebung der Kürzungen bis Ende 2026 verlängert.
Trotz dieser Unsicherheiten hinsichtlich der Nachfrageentwicklung zeigen sich die Preise für Brent-Öl stabil und blieben nach Veröffentlichung des Berichts unter 73 US-Dollar pro Barrel. Die IEA betont, dass die globale Nachfrageentwicklung weiterhin relativ gedämpft verlaufe und nur eine moderate Beschleunigung zu erwarten sei. Damit wird der Ölmarkt laut der Agentur auch 2025 „komfortabel versorgt“ sein, selbst wenn die OPEC+ ihre Förderkürzungen schrittweise zurücknimmt.
