Ölpreise steigen durch Chinas wirtschaftspolitische Impulse
Nachfrageprognosen und geopolitische Spannungen beeinflussen den Markt deutlich

Die Ölpreise sind am Mittwoch um 1 % gestiegen, nachdem Marktteilnehmer eine steigende Nachfrage aus China erwartet hatten. Hintergrund ist die jüngste Ankündigung Pekings, die Wirtschaft durch eine Lockerung der Geldpolitik anzukurbeln. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 75 Cent oder 1,04 % auf 72,94 US-Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI)-Futures um 75 Cent oder 1,09 % auf 69,34 US-Dollar anstiegen.
China hatte am Montag erklärt, im Jahr 2025 eine „angemessen lockere“ Geldpolitik zu verfolgen, was die erste Lockerung dieser Art seit 14 Jahren darstellt. Während bisherige Maßnahmen auf Sektoren wie Elektrofahrzeuge und Infrastruktur fokussiert waren, gibt es laut Experten nun die Erwartung, dass China seinen Fokus stärker auf die Förderung des Konsums legen könnte. Laut Li Xing Gan, Strategieberater für Finanzmärkte, schürt dies Optimismus auf dem Ölmarkt. Händler erhoffen sich von diesen Initiativen eine höhere Nachfrage nach Öl.
Im November stiegen die chinesischen Rohölimporte erstmals seit sieben Monaten im Jahresvergleich um mehr als 14 %. Diese Entwicklung verstärkt die Erwartungen, dass Chinas wirtschaftspolitische Maßnahmen den Ölverbrauch weiter ankurbeln könnten.
Parallel dazu sorgten Berichte über mögliche schärfere Sanktionen der USA gegen Russlands Ölhandel für Gesprächsstoff. Das Weiße Haus erwägt laut Bloomberg News, den Druck auf die russische Wirtschaft zu erhöhen, um deren Kriegskapazitäten zu begrenzen. Die russische Regierung kritisierte dies als Zeichen, dass die Administration von US-Präsident Joe Biden eine schwierige politische Erbschaft für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern hinterlassen wolle. Analysten spekulieren, dass die Maßnahmen möglicherweise auch auf die bevorstehende Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus abzielen, der Druck auf die Ukraine ausüben könnte, eine Lösung für den Krieg mit Russland zu finden.
In den USA stiegen die Lagerbestände an Rohöl und Kraftstoffen in der vergangenen Woche. Laut anonymen Quellen, die auf Daten des American Petroleum Institute basieren, erhöhten sich die Rohölbestände um 499.000 Barrel, die Benzinbestände um 2,85 Millionen Barrel und die Bestände an Destillaten um 2,45 Millionen Barrel. Die offiziellen Zahlen der U.S. Energy Information Administration werden für Mittwoch erwartet, wobei Analysten einen Rückgang der Rohölbestände um 900.000 Barrel und einen Anstieg der Benzinbestände um 1,7 Millionen Barrel prognostizieren.
