Polen plant Kohle-Abspaltung in weniger als einem Jahr
Regierung analysiert Lebensdauer der Kraftwerke und sucht nach Alternativen zur NABE-Lösung

Polen benötigt weniger als ein Jahr, um ein Modell zur Abspaltung von Kohlevermögen aus staatlich kontrollierten Versorgungsunternehmen zu entwickeln. Das Land analysiert derzeit die Lebensdauer von Dutzenden Kraftwerkseinheiten, die den Großteil des Strombedarfs decken. Der Minister für Staatsvermögen erklärte, dass die Abspaltung von Kohlevermögen weiterhin Priorität habe, jedoch mehr Zeit benötigt werde, um den Zeitpunkt festzulegen, zu dem die alternden kohlebefeuerten Kraftwerkseinheiten stillgelegt werden könnten. Dabei sollen auch die finanziellen und sozialen Auswirkungen berücksichtigt werden.
Die polnische Regierung hat noch keine Alternative bekannt gegeben, nachdem im letzten Jahr ein Plan zur Abspaltung von Kohlekraftwerken aus staatlich kontrollierten Versorgungsunternehmen verworfen wurde. Dieser Plan sollte den Fokus auf grüne Energie erhöhen, da Banken zunehmend vermeiden, kohleabhängige Unternehmen zu finanzieren. Der Minister äußerte, dass in den nächsten zwölf Monaten eine Entscheidung getroffen werden müsse. Er fügte hinzu, dass es definitiv weniger als ein Jahr dauern werde, bis Klarheit herrsche.
Das Ministerium für Staatsvermögen erwägt eine "Mittelweg"-Lösung und analysiert die Zukunft jeder einzelnen Kraftwerkseinheit, anstatt die Abspaltung ganzer Kraftwerkstöchter, die aus mehreren Anlagen bestehen, in Betracht zu ziehen. Unter dem Plan der vorherigen Regierung sollten die Tochtergesellschaften von PGE, Tauron und Enea, die Kohlekraftwerke betreiben, in ein neues staatliches Unternehmen namens NABE gebündelt werden, das deren Schulden übernehmen sollte.
NABE wurde als eine Art "nukleare Option" bezeichnet, und es gibt mehrere weniger extreme Alternativen zu dieser vorherigen Alles-oder-Nichts-Lösung. PGE und Tauron drängen die Regierung, schnell einen Plan für ihre Kohlekraftwerke vorzulegen, da ihre Rentabilität abnimmt. Fitch Ratings warnte im März, dass polnische Versorgungsunternehmen Kreditherabstufungen riskieren, wenn die Regierung keine Alternative zur Lösung der vorherigen Regierung anbietet.
