ANZEIGE

Glencore hält an Kohlesparte fest

Aktionäre unterstützen Entscheidung trotz Umweltdiskussion

2 Min
Glencore hält an Kohlesparte fest

Glencore hat kürzlich beschlossen, seine Kohlesparte nicht wie ursprünglich geplant zu verkaufen, sondern zu behalten. Diese Entscheidung wurde nach einer Aktionärsbefragung getroffen, die im Rahmen der Halbjahreszahlenvorlage des Unternehmens bekannt gegeben wurde. Gary Nagle, der CEO von Glencore, erklärte, dass der Verwaltungsrat unter Berücksichtigung von Risiko- und Chancenszenarien entschieden habe, das Kohle- und Kohlenstoffstahlgeschäft beizubehalten, statt es abzuspalten. Diese Wende kam bei den Aktionären gut an, was zu einem zeitweisen Anstieg der Glencore-Aktie um etwa zwei Prozent führte.

Weniger als ein Jahr nach der Übernahme der Mehrheit an den Stahlkohleminen des kanadischen Unternehmens Teck Resources, die 6,9 Milliarden Dollar gekostet hatte, ändert Glencore seine Strategie. Die Übernahme war ursprünglich Teil eines Plans, das Kohlegeschäft schrittweise zu reduzieren und abzuspalten. Der Fokus sollte sich auf die Förderung und den Handel von Kupfer und anderen für die Energiewende wichtigen Industriemetallen verlagern. Im Mai des vergangenen Jahres stellte Glencore den Aktionären die Pläne zur Abspaltung des Kohlegeschäfts vor und versuchte auch, den gesamten Teck-Konzern zu übernehmen.

Doch die Übernahme scheiterte am Widerstand von Norman Keevil, dem Mehrheitseigner von Teck. Trotz dieses Rückschlags hielt Glencore an der Fusion der Kohlesparten fest und startete daraufhin einen Dialog mit Investoren über die Zukunft des Kohlegeschäfts. Die Mehrheit der Aktionäre sprach sich für den Erhalt des Kohlegeschäfts aus. Nagle erklärte, dass der Markt die anhaltende Abhängigkeit der Welt von Kohle anerkenne und dass immer weniger Investoren Kohle-Investments aufgrund von ESG-Kriterien ausschließen.

Für das Jahr 2023 berichtete Glencore von einer Produktion von 47 Millionen Tonnen Kraftwerkskohle sowie 3,4 Millionen Tonnen Hüttenkohle. Das Kohlegeschäft trug mit einem bereinigten Vorsteuerergebnis von 1,8 Milliarden Dollar knapp ein Drittel zum Gesamtergebnis bei. Glencore plant, einen Teil der Gewinne aus dem Kohlegeschäft in den Ausbau der Produktion von Industriemetallen wie Kupfer zu investieren und zudem einen Teil durch Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. Nagle ist überzeugt, dass der Erhalt des Kohlegeschäfts die beste Strategie sowohl für die Aktionäre als auch für die Umwelt sei.

KohleGlencoreAktienInvestitionenAktionäre

Meistgelesene News

  1. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  2. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein
  3. Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
  4. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  5. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?

Disclaimer