Glencore prüft Kohleabspaltung bei Halbjahresergebnissen
Aktionäre und Umweltauswirkungen im Fokus der Entscheidung

Glencore, einer der weltweit führenden Rohstoffhändler und -produzenten, hat am Dienstag bekannt gegeben, dass die Produktionsprognose für 2024 für die meisten Metalle unverändert bleibt, während die Kohleproduktion aufgrund der Übernahme der Stahlerzkohleeinheit von Teck erhöht wird. Das Unternehmen wird nächste Woche bei der Veröffentlichung der Halbjahresfinanzergebnisse bekannt geben, ob es seine Kohleaktivitäten ausgliedern wird. Glencore hat kürzlich den Großteil von Tecks Kohlegeschäft übernommen. CEO Gary Nagle erklärte, dass derzeit Konsultationen mit den Aktionären stattfinden, um deren Ansichten bezüglich einer möglichen Abspaltung des Kohle- und Stahlmaterialsgeschäfts zu bewerten. Die Entscheidung des Vorstands soll nächste Woche bekannt gegeben werden.
Glencore ist bereits ein führender Produzent von Kraftwerkskohle, dem umweltschädlichsten fossilen Brennstoff, und erwartet in diesem Jahr eine Produktion von 98 bis 106 Millionen Tonnen. Nach der Übernahme wird die Produktion von Stahlerzkohle im Jahr 2024 voraussichtlich von 7-9 Millionen auf 19-21 Millionen Tonnen steigen. Bereits im März berichtete Reuters, dass eine wachsende Gruppe von Glencore-Investoren das Unternehmen dazu drängt, weiterhin Kohle abzubauen, anstatt die bald vergrößerte Einheit auszugliedern. Die Investoren betrachten dabei sowohl die finanzielle Zukunft als auch die ökologischen Vorteile einer Beibehaltung der Kohleaktivitäten im Unternehmen.
Kritiker argumentieren, dass eine Abspaltung zwar zu einem Anstieg des Aktienkurses führen könnte, jedoch oft dazu führt, dass ausgegliederte Vermögenswerte in Privatbesitz übergehen und mit weniger strenger Aufsicht durch Investoren länger betrieben werden, was möglicherweise zu schlechteren Klimaergebnissen führt. Glencore versicherte, dass es seine Kraftwerkskohleanlagen verantwortungsvoll abbauen wird. Chris LaFemina, Analyst bei Jefferies, äußerte, dass eine Abspaltung von Kohle höchst unwahrscheinlich sei und die Übernahme von EVR von Teck sich als bedeutend positiv für Glencore erweisen werde, da es sich um das weltweit qualitativ hochwertigste Metallkohlegeschäft handelt.
Im ersten Halbjahr verzeichnete Glencore niedrigere Produktionszahlen für Kupfer, Nickel, Zink, Kohle und Kobalt im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Gesamtprognose für 2024 für Kupfer, ein Metall, das für Anwendungen im Bereich der Energiewende von entscheidender Bedeutung ist, bleibt unverändert bei 950.000 bis 1,01 Millionen Tonnen. In den ersten sechs Monaten bis Juni wurden 462.600 Tonnen produziert.
Diese Entwicklungen werden von Investoren und Marktanalysten aufmerksam verfolgt, da sie die zukünftige Ausrichtung und Performance von Glencore maßgeblich beeinflussen könnten. Die Entscheidung über die mögliche Abspaltung der Kohleaktivitäten wird mit Spannung erwartet und könnte weitreichende Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens haben. Die Marktteilnehmer sind gespannt auf die kommenden Ankündigungen und die daraus resultierenden Maßnahmen, die Glencore in Bezug auf seine Kohle- und Metallproduktion ergreifen wird.
