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Ölproduzenten profitieren kaum vom Preisanstieg durch Iran-Krieg

Trotz eines Ölpreisanstiegs von 40 Prozent auf 100 Dollar je Barrel hinken Aktien von Explorations- und Produktionsunternehmen deutlich hinterher.

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Ölproduzenten profitieren kaum vom Preisanstieg durch Iran-Krieg

Seit Beginn des Krieges im Iran ist der Ölpreis um knapp 40 Prozent auf 100 US-Dollar pro Barrel geklettert. Dennoch zeigen die Aktien der Ölproduzenten eine überraschend verhaltene Reaktion: Der S&P 500 Exploration and Production Index legte seit dem 27. Februar lediglich 6 Prozent zu. Europäische Öl-Explorations- und Produktionsunternehmen entwickelten sich ähnlich schwach.

Der Markt preist offenbar ein rasches Kriegsende ein. Die Terminmärkte signalisieren, dass die aktuell hohen Preise nur von kurzer Dauer sein dürften: Für Lieferungen in drei Monaten lässt sich Öl noch für 92 Dollar absichern, für 2027 sind es nur noch rund 70 Dollar und für 2028 sogar nur 67 Dollar pro Barrel.

Terminpreise entscheidend für Unternehmensbewertung

Analyst Doug Leggate von Wolfe Research erklärt die Logik dahinter: Der Eigenkapitalwert eines Ölunternehmens ergibt sich vereinfacht aus dem Free Cashflow multipliziert mit der Laufzeit, abzüglich der Nettoverschuldung. Für Produzenten mit hohen Break-even-Kosten – etwa im US-Schieferölsektor oder den kanadischen Ölsanden – kann ein Preisanstieg von 70 auf 80 Dollar den Cashflow zwar verdoppeln. Entscheidend ist jedoch, wie lange dieser Anstieg anhält.

Ein Unternehmen mit Reserven für nur fünf Jahre und einem kurzfristigen Preishoch profitiert am Ende deutlich weniger als es auf den ersten Blick scheint. Wenn der erhöhte Ölpreis lediglich ein bis zwei Jahre anhält, schlägt sich dies zwar spürbar, aber begrenzt im Unternehmenswert nieder. Investoren kalkulieren daher bereits heute mit einer Rückkehr zu niedrigeren Preisen.

Bemerkenswerterweise profitiert ausgerechnet der Iran als kriegführende Partei erheblich von der Situation. Schätzungen zufolge verdient das Land täglich rund 140 Millionen US-Dollar durch diskrete Ölverkäufe – trotz internationaler Sanktionen. Wie lange US-Präsident Donald Trump diesen Zustand duldet, bleibt eine offene Frage, die die Märkte genau beobachten.

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